Beyond Atlantis - FilmFlausen.de
                          




Beyond Atlantis


‘Their spawning ground ... the oceans depths!’


Originaltitel: Beyond Atlantis (1973)
Regie: Eddie Romero Drehbuch: Charles Johnson
Darsteller: Patrick Wayne, Leigh Christian, Sid Haig FSK: keine/PG (US)


Als ihm der Fischer Manuel eine handvoll Perlen verkauft, wittert East Eddie (Sid Haig), Schurke, Zuhälter und von Natur aus Großkotz, das schnelle Geschäft.

Sail away...
Er engangiert eine Crew, bestehend aus dem Taucher Logan, Bootsbesitzer Vic (Patrick Wayne, der Sohn des ’Duke’) und die Ärztin Dr. Vernon und knöpft sich erst einmal den Perlen-Dealer vor (“Ich rede mit ihm in einem Dialekt, den er verstehen wird!“), der Eddie dann auch schnell von einer geheimnisvollen Insel erzählt. Dort angekommen, findet die Truppe nur leere Hütten vor. Einen Tauchkurs später, krauchen dann aber die Eingeborenen, seltsame menschenähnliche Wesen mit Perlenaugen (also eindeutig keine normalen Kahuna-Boys & Girls), aus Meer und Dschungel und heißen die Besucher für’s Erste willkommen. Die Gastfreundschaft hält jedoch nicht lange an, als die wahren Gründe für den Besuch der Fremden ans Tageslicht kommen. Der sich anbahnende Konflikt scheint unvermeidbar…

’Beyond Atlantis’ ist ein eigentümlicher Genre-Mix aus Abenteuer, Grusel und Thrill. Regisseur Eddie Romero (’Frauen in Ketten’) nahm ein bisschen ’Schlock’, ein bisschen ’Sleaze’, dazu die Hackfresse von Sid Haig und sponn einen Film daraus, der optisch einiges hermacht und es durch seine absonderliche (und das ist durchaus positiv gemeint, mir fehlt ganz einfach ein passenderes Wort) Stimmung vermag, auch schon mal inhaltliche Makel zu vertuschen.

Attack of the Crab-Monsters
Die Darsteller-Riege macht ihre Sache recht anständig. Das Augenmerk ist hier einmal mehr auf den knarzig-fiesen Haig gerichtet, der mir überraschender Weise richtig gut gefiel (wegen seiner Auftritte in den beiden Widerlings-Horror-Streifen ’Devil’s Rejects’ und ’Haus der 1000 Leichen’ hatte er es sich bei mir gehörig verscherzt). Man muss schon schmunzeln, wenn er verträumt in den Himmel schaut und von einer Zukunft als reichster Pimp der Welt träumt, im nächsten Moment aber wieder die Pistole zückt, um den Nächstbesten zu bedrohen.
Gelungene Unterwasseraufnahmen gefallen ebenfalls (auch wenn man am Ende des Films genug davon hat). Die größten Schwächen zeigen sich in der Ausstattung und einigen eher lächerlichen Plot-Plänen. Vor allem die ’Atlanter’ mit ihren Ping-Pong-Augen sind unmöglich ernst zu nehmen. Da es der Film aber auf eine ernsthafte Bedrohung (von beiden Seiten) angelegt hat, ist auch schallendes Gelächter beim Anblick der Damen und Herren, seitens des Publikums sicher unerwünscht. Hinzu kommen reißerische und alberne Ideen, wie jene von Anführer Nereus (George ’Jerry Cotton’ Nader), seine Tochter Syrene (Leigh Christian, läuft übrigens während des gesamten Filmes im Bikini durchs Bild) zu zwingen, sich mit einem der Fremden zu paaren, damit die ganze Glupsch-Mischpoke mal einer genetischen Frischzellenkur unterzogen wird. Als Syrene sich an Vic ’wendet’, lehnt dieser jedoch ab, da er sie nicht liebt (wow!), sondern in die Ärztin verknallt ist. Leute! Das sind die frühen 70er! Was wollt ihr mir erzählen?
Einige andere Einfälle laden dann auch zum wohlwollenden Lächeln ein. Wie zum Beispiel, als East Eddi in eine Fallgrube voller Krabben (!) stürzt und blutend wieder rauskrabbelt, oder als eine kleine, unschuldige Ziege in einem nahe gelegenen Piranha-Pfuhl geopfert wird.

Eine Szenen-Abfolge aus dem letzten Drittel.
Preisfrage: Was stimmt hier nicht?!


Ein Fazit zu ’Beyond Atlantis’ ist genauso schwer in Worte zu fassen, wie der Film selbst. Äußerst seltsam, deutliche Macken, aber eine einmalige Atmosphäre. Nur knapp an der nächst höheren Wertung vorbei.

Hudson