Beware! The Blob - FilmFlausen.de
                          




Beware! The Blob

aka

Son of the blob


‘The movie that J.R. shot!’


Originaltitel: Beware! The Blob (1972) Regie: Larry Hagman
Drehbuch: Richard Clair, Anthony Harris, Jack H. Harris & Jack Woods
Darsteller: Robert Walker Jr., Gwynne Gilford, Richard Stahl FSK: unbekannt


Steve McQueen warnt: BEWARE! THE BLOB

’Der Blob’! Wer erinnert sich nicht mit Freuden an den glibbrigen Killer-Pudding aus dem Weltall, der anno 1958 alle möglichen Lebensformen einschlonzte, zu seiner eigenen Masse assimilierte und in exorbitante Dimensionen wuchs, um schließlich mit Hilfe von ’Doc McCoy’ eingefroren, und in die Arktis verfrachtet zu werden?

"Spiel ab, du Pfeiffe!"
Nun, Bauarbeiter Chester hat den ’Blob’ offensichtlich nicht gesehen, sonst würde er die eingefrorene, rosa Glibbersubstanz, die er und seine Kollegen im arktischen Eis finden, sicher nicht in seine Thermoskanne getan und mit nach Hause genommen haben.
Im trauten Heim muss das traute Eheweib natürlich kucken, was Schatzi da tolles mitgebracht hat und befreit somit den Blob, der sich zunächst einmal über das niedliche Kätzchen der Familie her macht. Da wir alle wissen, was passiert wenn man unbedacht “Here Kitty Kitty!“ ruft, dauert es nicht lange und auch die Hausbesitzer sind von der Alien-Masse absorbiert worden. Auf adäquate Größe angewachsen, macht sich der Blob auf zum ’All you can eat’ in der Großen Stadt…

“There’s something in my house!”
“For the last time, I’m not going home with you!”

Jaha, der Blob ist tatsächlich wieder da, glibbriger als je zuvor und, ob ihr’s glaubt oder nicht, sogar noch ’ne Unze trashiger.
Ausgerechnet Öl-Ekel Larry Hagman versuchte sich hier als Regisseur, eine Aufgabe, die ihm später nur noch ein paar Mal bei ’Dallas’ überantwortet wurde (und wahrscheinlich auch dort nur, weil er so lange schmollte, bis man ihn ließ).

Okay. So that's why they
call it THE GRINDHOUSE
Wie schon in Teil eins sind es Kids, welche die Rettung der Menschheit in die Hände nehmen müssen. Und wie schon in Teil eins, glaubt ihnen niemand auch nur ein Wort. Wer will’s den Leuten auch verdenken, es sind die Siebziger und 77% von dem, was Jugendliche damals schwafelten, war ausgemachter Blödsinn, angeregt durch den Gebrauch diverser berauschender Substanzen.
Rechnet man einen Ausschnitt aus Teil eins nicht mit, in dem Steve McQueen persönlich vor dem Blob warnt, sind die dem Jahrzehnt entsprechend bunt gekleideten und wüst frisierten Darsteller allesamt unbekannt, mit der glorreichen Ausnahme von Dick van Patten (’Robin Hood – Helden in Strumpfhosen’), der einen überkandidelten, dauersingenden Pfadfinder-Leiter gibt. Musikalisch wird hier ohnehin von leiernder Klabautermusik im Vorspann, über nervenzehrendes Dauerpiepen in spannenden Szenen, bis hin zu schmissigem Funk das gesamte Schmerz-Spektrum abgedeckt.
Der Blob selbst ist ulkig-amateurhaft getrickst, schluckt Fliegen, Katzen, Hühner, Menschen und wenn er sprechen könnte, würde er uns vielleicht sogar verraten, ob Menschenfleisch wirklich wie Hühnchen schmeckt. Optisch passt der olle Blob (Highlight: Puddinginvasion auf der Bowlingbahn) jedenfalls herrlich ins Hippie-Zeitalter mit seinen bunten Illus und Hallus und nächtlichen Friseur-Besuchen (so war das wohl damals).

“Im a stylist. No, I’m more than that. I’m an artist. What are you doing here?”
“I would like a hair cut.”
...
“I don’t cut hair. I sculpt it.”

‘Beware! The Blob’ ist eine überzogene Horror-Farce, die vor allem Trash-Fans Tränen der Freude in die Augen treiben wird. Das Jammern aller anderen wird eher bestürzter Natur sein, aber das soll jene nicht stören, die sich am Anblick eines mittels Menschen-Diät kontinuierlich wachsenden Killerpuddings erfreuen.


Hudson