Berserker - Krieger der Hölle - FilmFlausen.de
                          




Berserker - Krieger der Hölle



Originaltitel: Berserker (2004) Regie & Drehbuch: Paul Matthews
Darsteller: Paul Johansson, Craig Sheffer, Kari Wuhrer
FSK: keine Jugendfreigabe


Neulich in Grönland...

“Ich werde euch helfen. Ich lasse die Heerscharen des Nordens von meinen Brüdern erbarmungslos vernichten. Ihr werdet die Dörfer plündern, die Menschen verbrennen und meinen Vater zum König machen.“
“Warum?“
“Damit wir ihr Blut trinken und ihr Fleisch rösten können, weil uns das Stärke und Kraft verleiht!“

"Einst fandest du mich..."
"Halt die Klappe, Lichtfresse!"
Es war klar, dass dieser Deal einen Haken haben würde. Aber was will König Thorsson machen? Sein eigener Sohn Boar hat sich dem Berserker-Kult Odins verschrieben und fordert die Seele seines Bruders Barek für deren schwarzes Ritual. Denn nur gemeinsam werden die Nordmänner den einfallenden Barbarenhorden Einhalt gebieten können. Gesagt, paktiert, getan, gewonnen. Als Boar schließlich seinen Preis einholen will, überrumpelt ihn Thorsson jedoch und will seinen Sohn und dessen Männer im Feuerpfeilhagel sterben lassen. Da schreitet Barek ein, der nicht zulassen will, dass sein eigener Bruder durch die Hand seines Vaters den Tod finden soll. Er beschwört Odin und dessen Walküre/Vampirin/Dämonin Brunhild, die seit Anbeginn der Zeiten in den Feuern der Hölle herumkokelt (oder so) und lässt sich von ihr zum Berserker machen. So kann er zwar seinen Bruder retten, doch sind beide nun im ewigen Kampf durch die Zeiten aneinander gebunden. Tausende von Jahren später, 2001 um genau zu sein, sehen wir Barek in Ketten. Er ist Gefangener einer Irrenanstalt, behauptet von sich selbst, Ivan der Schreckliche, Rasputin und Peter Kürten (ein Düsseldorfer Vampir) in einer Person zu sein, seine behandelnde Ärztin ist das Ebenbild von Brunhild und dem Zuschauer qualmt die Rübe…

“Wir beide sind Untote, aber du bist jetzt ein Krieger. Von einer Walküre gebissen. […] Auserkoren um Odin zu stürzen!“

Klingt trotz verquertem Mythologie-Gebrabbel irgendwie bekannt? Klar, ’Berserker’ bedient sich beim ’Highlander’-Konzept, aber aufmerksame Filmfans haben vielleicht schon gemerkt, dass auch der sich vom Grundkonzept verdammt eng an den ’Terminator’ hielt (denkt mal drüber nach). Business as usual also, nur dass man sich hier einer Formel bediente, die noch nicht komplett bis zum Erbrechen ausgeschlachtet wurde.

Unglaublich aber wahr: Der
bringt echt die olle ’Crocodile
Dundee’ Messer-Nummer...
Unter den riesigen Matten sind Hauptdarsteller Paul Johansson (’Carnival of Souls’) und Craig Sheffer (’Cabal’) zwar kaum zu erkennen, aber für böse Blicke und martialisches Gegrunze (“Krieger der Hölle! Ich bin Berserker! Ooodiiin!“) reicht es.
Zu Beginn wird hier mit recht anschaulicher Nordmann-Atmo gepunktet, komplett mit gediegenen Kostümen, dicken Rauschebärten und schwerem Stahl. Der Übergang in die Neuzeit ist zunächst etwas holprig, doch bald hat man sich auf der ’Zwei Typen beharken sich mit Schwertern vor anachronistischer Kulisse’-Schiene eingefunden. Und natürlich können beide nur auf spezielle Art und Weise getötet werden, entweder durch Feuer oder einen gezielter Hieb auf die Rübe. Allerdings bietet der Film im Kontext seiner eigenen Mythologie einen netten Twist zum Finale und selbst die abstrusen Effekte passen zum Grundton von ’Berserker’. Hartnäckigen Zuschauern, die auch verquert inszenierten Genre-Krempel zu schätzen wissen, wird der Film bestimmt durch einen lauen Sonntagnachmittag helfen.


Hudson