Befehl aus dem Dunkel - FilmFlausen.de
                          




Befehl aus dem Dunkel



Originaltitel: Kaijû daisenso (1965) Regie: Ishirô Honda
Drehbuch: Shinichi Sekizawa
Darsteller: Nick Adams, Akira Takarada, Yoshio Tsuchiya FSK: 12


Randnotiz: Hier wurde die UK-Version des Filmes begutachtet, die genau wie die deutsche (im Gegensatz zur US & Nippon Fassung) stark gekürzt ist.

Ein mysteriöser Planet taucht hinter dem Jupiter auf (bis dato unentdeckt, weil er „…so dunkel ist.“). Ein Aufklärungs-Raumschiff der japanisch-amerikanischen Freundschaft wird von der Erde entsandt, um mal zu checken, was auf dem sogenannten Planten ’X’ so los ist. Und tatsächlich gibt es Leben auf dem Stern, die sogenannten ’Alphas’. Jene haben sich zwar eine recht ansehnliche Zivilisation, samt hochentwickelter Technologie erackert, sind aber von einer bösen Plage befallen: Dem dreiköpfigen Spacemonster ’King Ghidorah’ (aka Monster Zero)! Wegen diesem garstigen Geschöpf blieb den Alphas bisher das Leben auf der Oberfläche verwehrt. Bloß gut, dass die Superlebensform des Universums, genannt ’Mensch’, hier eingetroffen ist.

Glenn und Fuji auf Planet X.
Ein kleiner Schritt für die beiden...

Die ’Alphas’ fragen auch bald höflich nach, ob sie sich nicht mal die Erden-Monster Godzilla und Rodan ausborgen können, damit diese King Ghidorah endlich den zweischwänzigen Arsch aufreißen. Gesagt, getan: Godzi und sein Kumpi, der XXL-Condor Rodan werden in exorbitanten Seifenblasen zum Planeten ’X’ transportiert und machen kurzen Prozess mit Ghidorah. Zum Dank gibt’s von den ’Alphas’ eine Hörspielkassette, angeblich mit der Formel eines Allheilmittels gegen jedewede, menschliche Krankheit. Als man es abspielt enthüllt sich endlich der wahre Plan der ’Alphas’. Die außerirdischen Schweinehunde mit der Antenne auf dem Kopp haben tatsächlich vor, die Erde zu erobern, weil ihnen das H2O knapp geworden ist. Mit King Ghidorah und den beiden Erdmonstern, die jetzt unter ihrer Kontrolle sind, greifen die ’Alphas’ die Erde an.

...ein noch kleinerer für King Ghidorah

’Kaijû daisenso’ heißt dieser Streifen im Original, also ’Große Monsterschlacht’.
Bis wir diese bekommen, nimmt sich der Film allerdings eine Menge Zeit um eine klassische 'Space Invaders' Story zu erzählen. Natürlich nicht ohne Humor, der (wie in allen guten GodziSchinken) unfreiwillig aus allen Löchern gezerrt wird.
So erklärt der ’Alpha-Controller’ (klingt nach einem alten C64 Joystick) den Astronauten, warum der Weltraum-Drachen 'Monster Zero' und 'King Ghidorah' heißt! (ich übersetzte): „Schau, das ist King Ghidorah!“
„Allerdings. Auf der Erde gabt ihr diesem schrecklichen Wesen den Namen Ghidorah. Bei uns wird alles numeriert. Das Monster ist 0!“
(Gozilla und Rodan sind übrigens Monster 01 und Monster 02)
Die handelsübliche Bezeichnung der ’Alphas’ für ihre Raumschiffe ist übrigens: ’Flying Saucers’ (Fliegende Untertassen). Cheers!
Leider fällt die Spannungskurve ab dem letzten Drittel ein wenig nach unten. Viel wissenschaftliches und zwischenmenschliches BlaBla, dass erst überstanden werden muss, um zum finalen ’Alien-Attack’ zu gelangen. Dieser hat es dann aber in sich und lässt schnell alle vorangegangenen Unzulänglichkeiten vergessen.
Was folgt ist: Häuserklump (auch wieder ’ne Tanke), Monster-Clash, Ufo-Smash, Aliens mit Antenen auf der Birne, die unverwechselbare Musik von Akira Ifukube, Panzer, Raketen-Brummis und diese irren Tesla-Trucks mit Satelliten-Schüssel-Kanonen, über die ich mich schon als kleiner Junge beeumelt habe. Da lacht das Herz, da freut sich das Kind im Manne, da springt der Hund aus der Pfanne!

"Say it, don't spray it!"

’Befehl aus dem Dunkel’ ist ein spaßiger Kaiju-Streifen, der einmal den Schwerpunkt mehr auf die Menschen/Aliens legt, was meistens funktioniert, manchmal aber ein wenig strapaziös ist. Die unterhaltsame Geschichte und eine Bomben-Finale machen diesen Godzilla-Film aber zur empfehlenswerten (wenn auch gemäßigten) Spaßbombe.

Hudson