Beastmaster - Der Befreier - FilmFlausen.de
                          




Beastmaster – Der Befreier


"The courage of an eagle, the strength of a panther,
and the power of a god."


Originaltitel: The Beastmaster (1982) Regie: Don Coscarelli
Drehhbuch: Don Coscarelli & Paul Pepperman
Darsteller: Marc Singer, Tanya Roberts, Rip Torn FSK: 18


Ist es Alfred Brehm? Ist es Tarzan? Nein, es ist: ’Beastmaster’!

Schwert, lass nach!
Nach den Credits, die von schwungvoller Instrumentalmusik untermalt werden, sehen wir ein nächtliches Lagerfeuer, an dem eine alte Hexe (die vom Ausshen her ein wenig an ’Toxie’ erinnert) versucht, ein Neugeborenes zu opfern. Gerade rechtzeitig wird das Kind von einem alten Zausel gerettet, der es aufnimmt und großzieht. Mit dem Alter entdeckt Dar (Marc Singer, ’V - Die Ausserirdischen Besucher kommen’) eine spezielle Kraft in sich, nämlich die Fähigkeit, Tiere zu manipulieren. Doch als er das Mannesalter erreicht hat, passiert ihm, was schon vielen Helden/Heldinnen zuvor in Fantasy-Filmen passierte: Sein Dorf wird von einer bösen Armee, den Jans, überfallen und seine Gefolgsleute (und sein Hund!) werden getötet. Scheinbar sind die Jans aber Amateure im ’Dorf überfallen’, so vergessen sie doch tatsächlich, das Nest anzuzünden, sodass der arme Dar das selbst erledigen muss (!). Mit seinen Freunden: einem Adler, zwei Frettchen und einem schwarz gefärbten Tiger macht sich der junge Krieger auf, die Zerstörung seines Dorfes zu vergelten…

Der Krisenstab
Zur gleichen Zeit, als John Milius seinen 'Conan' auf den Barbarenthron stemmte, hatte B-Movie-Ikone Don Coscarelli (’Das Böse’, ’Bubba-Ho-Tep’) eine ganz ähnliche Idee. Leider sollte das Ergebnis seiner ’Bemühungen’ weit weniger Qualität offenbaren.
Die Story plätschert ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich hin, lediglich die Tiere sind ganz putzig und zweifellos interessanter, als ihre menschlichen Mitspieler.
Rip Torn (’Dodgeball – Voll auf die Nüsse’) gibt den bösen Hohepriester und Tanya 'Sheena' Roberts (erstaunlich brünett für ihre Verhältnisse) ist in der weiblichen Hauptrolle zu sehen. Beide können den Zuschauer (jedenfalls diesen Gutachter) aber ebenso wenig vom Hocker reißen, wie der farblose und nicht wirklich bösärschige Marc Singer (einmal flennt er sogar, weil ein anderer sagt, er solle sich mit seinen Tieren vom Acker machen!). Einzig Afro-Glatze John Amos (’Stirb Langsam 2’) bringt ein wenig Charsima auf den Schirm. Und was wäre ein Sandalen-Schinken der heroisch-fantastischen Machart ohne nervenberauschende Dialogperlen der Sorte:
“Kein Wunder, dass das wilde Bestien werden. Im Laufe der Zeit entziehen sie seinem Körper die Flüssigkeit. Und jetzt wird sein Gehirn zerstört, von einem geheimnisvollen, grünen Blutegel. Er wird jetzt alles töten, was ihm begegnet!“ “Ich verstehe.“ ?
Ansonsten gibt es lediglich die üblichen Ingredienzen eines sättigenden aber faden Fantasy-Sandalen-Einheitsbreis zu begutachten:
Dunkle Papp-Keller, Pöbel-Scharen, Holzkäfige, Teergruben, Fledermaus-Mumien, Sado-Maso-Masken-Monster und Hexen, die etwas Lip-Gloss vertragen könnten. Und natürlich ist Dar wieder einmal ein Auserwählter, der aber erst seine wahre Herkunft ergründen muss.
Erst zum Schluss kommt der Film ein wenig in Trab und wir kriegen doch noch einmal kurz die Bandbreite eines fast epischen Finales, mitsamt den Geschmackssorten Feuer, Schweiss und Stahl zu kosten.

The Incredible Stachelstrumpf!

’Beastmaster’ ist ein nicht allzu aufdringliches Fantasy-Brett und weder tierisch gut, noch unmenschlich schlecht. Zu empfehlen für Sandalen-Alles-Kucker und Leute, die schon immer wissen wollten, was passiert, wenn man 'Conan' mit ‘Dr. Dolittle’ kreuzt.

Hudson