Die Bestie aus dem Weltraum - FilmFlausen.de
                          




Die Bestie aus dem Weltraum



Originaltitel: La bestia nello spazio (1980) Regie: Alfonso Brescia
Drehbuch: Alfonso Brescia & Aldo Crudo
Darsteller: Sirpa Lane, Vassili Karis, Lucio Rosato FSK: 18


Der Weltraum. Unendliche Weiten… Warum besucht Alfonsia Brescia dann immer nur die Pappplaneten im Zeichentricknebel der Leuchtdiodengalaxis? Ob nun bei ’Krieg der Roboter’ oder ’Battle of the Stars’, Brescias Filme tauchen da ein, wo selbst preiswerte B-Movies von Antonio Margheriti (’Planet der Verdammten’) und Luigi Cozzi (’Star Crash’) verschämt vorüberziehen.
Um über die offensichtliche Unfähigkeit aller Beteiligten hinwegzutäuschen, entschied man sich, bei ’Bestie aus dem Weltall’ mit der Porno-Keule zu kommen. Ganz recht: Es darf gevögelt werden. (In einer speziellen Version sogar das ganze Programm.)

Das italienische Äquivalent zum 'Red Shirt'

Der erste Geschlechtsakt wird keine 10 Minuten im Film schon vollzogen und zwar von Captain Madison und einer drallen Blondine. Die wurde vom Captain kurz zuvor bei einer Kneipenprügelei auf Spacestation XY rechtmäßig ’gewonnen’. Leider nervt sie nach dem Poppen mit Gelaber von ständigen Träumen über irgendwelchen Sex-Pferdewesen auf dem fernen Planeten ’Brandenburgisches Birkenwäldchen’ (sehr verdächtig: kaum geschnackselt, schon träumt die Frau vom Pferd).
Am nächsten Morgen geht’s auf zum Dienst. Bei einem Briefing wird der Captain seiner Crew vorgestellt, wobei sich herausstellt, dass auch Blondchen vom Vorabend auf der Brücke Dienst schiebt. Nach dem amüsanten ’Huch, das ja die Alde, die ich gestern nacht genagelt hab!’-Gesichtsausdruck vom Captain, geht’s endlich auf zu neuen Welten.
Das Ziel ist ein Planet, der ein seltenes Metall beherbergt, das die Menschheit wahrscheinlich ganz dringend für neue Kochtopf-Technologien benötigt. Bevor man dort ankommt, taucht jedoch plötzlich der Kneipenprügel-Gegner des Captains von Szene eins in seinem schnittigen Spacecraft auf und ballert wild drauf los. Zum Glück stürzt man direkt aufs Ziel, das sich (oh Zufall) als das ‘Brandenburgische Birkenwäldchen’ entpuppt. Dort lebt ein riesiger Blechroboter mit rotleuchtender Birne und ein Pferdepärchen, das beim Eintreffen der Raumfahrer eine Nummer schiebt, was die Besucher zu unsittlichen Berührungen am eigenen, latexgekleideten Leib anregt.

Zitat: “I don’t understand, what’s wrong with me, I suddenly feel furious. [...]“
“I was thinking the same.”

Hier trifft man auch auf den zotteligen Präfekten des Planeten, der in seiner bunten Burg des Öfteren wilde Orgien feiert und die Besucher von der Erde nur allzu gerne dazu einlädt. Wie durch Zauberhand vergisst die Crew bald ihren eigentlichen Auftrag und versinkt in den Sex-Wunderwelten ihres seltsamen Gastgebers… Am Ende explodiert der Planet.

Nicht von den bunten Bildern locken lassen! Der hier ist Grütze.

Bah, was’n Schrott. Nebelwände, ein haariger Faunfickfrosch, Archiv-Kostüme aus dem ’Krieg der Roboter’, eine riesige, sprechende und an allen Ecken und Enden blinkende Supercomputer-Kiste, aufgemalte Kulissen und mittendrin ein Haufen poppender Italiener. Dazu gibt’s ein Flötenmusik/Syntheziser-Gemisch, das eher in den Märchenwald gehört, als in eine Sleazo-SciFi-Orgie dieser Art.
Keine Ahnung, was sich die Macher bei diesem zusammengeschusterten Schwachsinn aus Sex, Drugs & Laserstrahlen gedacht haben und ich will mich auch keine Minute länger damit auseinandersetzen. Wenn schon Porno & Science Fiction (bzw. Space Opera) in Unison, dann doch lieber die ’Flesh Gordon’-Schinken. Da wussten sie wenigstens, dass sie Kappes zimmern und haben sich ein Späßchen draus gemacht.




PS:

Bin ich der einzige, der bei diesem Bild an OldBoy denken muss?


Hudson