Bats - Fliegende Teufel - FilmFlausen.de
                          




Bats - Fliegende Teufel


‘Out of hell.’


Originaltitel: Bats (1999)
Regie: Louis Morneau Drehbuch: John Logan
Darsteller: Lou Diamond Phillips, Dina Meyer, Bob Gunton FSK: 16


Im texanischen Nest Gallup beißt die Maus mehr als nur den Faden ab.
Genetisch manipulierte Fledermäuse bringen Menschen um! Nein?! DOCH!
Nicht zu fassen, aber wahr. Zwei kabbelnde Teenies erwischt’s zuerst. Sherriff (Lou Diamond Phillips) pfeift die Fledermaus-Expertin Dr. Casper (Dina Myers) herbei, die gleich noch einen sprücheklopfenden afro-amerikanischen Sidekick (Leon) mitbringt.

“Jetzt schaut mich doch mal an!
Könnte ich euch etwas tun?“
Verantwortlich für den Bat-Overkill ist Dr. McCabe (Bob Gunton) der die formelhaften Ausreden seiner Genre-Vorgänger perfekt gelernt hat:
“…Intelligent gemacht…“ blabla “… “…kommunizieren miteinander…“ seierseier “…zu Allesfressern manipuliert…“ yaddayadda.
Auf die Frage: “Warum machen sie so etwas?“ kommt die Antwort: “Weil ich rein wissenschaftlich denke.“ (seine Uhr tickt, das ist schon beim ersten Auftritt klar) Mehr Menschen sterben und schließlich rückt die Army an, die das Gebiet evakuieren und einen groß angelegten Luftangriff aushecken, der alles Leben in Gallup auslöschen, die Fledermäuse aber verschonen wird (was natürlich nur die Protagonisten wissen). Also müssen die Herrschaften die Sache in die eigene Hand nehmen und die Unterkunft der fliegenden Teufel mit einem Kühlsystem infiltrieren. Ihnen bleiben nur 48 Stunden, um die Angelegenheit zu klären. (Höchste Zeit, Eddie Murphy und Nick Nolte anzurufen, gelle?!)

Bei manchen Filmen muss man sich einfach wundern, warum diese eine Kinoauswertung beschert bekamen. So auch bei ’Bats’.

Tierhorror-Protagonisten
Wer hätt's gedacht?
Regisseur Louis Morneau (’Made Men’) und Autor John Logan (nicht zu fassen, dass der auch ’Gladiator’ schrieb!) packten ihre Version des ‘modernen Tier-Horrors’ voll mit wandelnden Klischees, ultra-realistischen Figuren (ein Sheriff, der Opern-Fan ist) und missglückter B-Movie-Nostalgie. Andererseits ist da die technische Stärke des Films, vor allem was die Fotografie, Pyrotechnik, einige Kulissen und die Musik von Graeme Revell angeht. Auch die Biester sind nett animiert, teilweise dank praktischer FX, teilweise mittels CGI-Technologie, die nicht ohne Glitches auskommt.
Wenn die Viecher zum Großangriff blasen, zeigt sich der Film von seiner unterhaltsamsten Seite. Trotz alledem befinden sich Fledermäuse auf der lächerlichen Seite des Animal-Shocks (vor allem welche, die Benzinleitungen und Bremsschläuche durchknabbern).
Was das Schauspiel angeht, wird man vor dem Schlimmsten bewahrt, da die zweidimensionalen Figuren zumindest von fähigen Akteuren verkörpert werden. Lou Diamond Phillips (’Young Guns’), Dina Myers (’Starship Troopers’) und sogar Leon (’Die gnadenlose Clique’).
Bob Gunton (’Die Verurteilten’) spielt seine zwielichtige Paraderolle und wird gegen Ende von einem Twist erfasst, der aus dem Nichts kommt, wo er besser hätte bleiben sollen.
(Trotzdem danke, für die allerletzte Szene. Das war schon seit Ewigkeiten mal fällig!)

“Menschen werden nicht von Fledermäusen umgebracht. Punkt und aus!“

“Sing den Song von Meat Loaf und wir verschonen dich!“

Und sie wirken weder bedrohlich noch gruselig. Mittlerweile hat das sogar Bruce Wayne kapiert. ’Für zwischendurch’ lautet das wenig schmeichelhafte Urteil für Normalfilmverbraucher. Sympathisanten des Tier-Horrors lassen sich sowieso nicht belehren, also habt viel Spaß. Als Alternative würde ich jedoch ich den gelungeneren ’Arac Attack’ empfehlen.


Hudson