Bat People - Die Blutsauger - FilmFlausen.de
                          




Bat People - Die Blutsauger


‘After the sun has set and the night wind has died
comes the hour of the bat people!’


Originaltitel: The Bat People (1974) Regie: Jerry Jameson
Drehbuch: Lou Shaw
Darsteller: Stewart Moss, Marianne McAndrew, Michael Pataki FSK: 16


Welch ein Cover! Welch ein Monster! Welch ein Nippel, der aus der Bluse schlüpft, um von der Pranke des Fledermaus-Monsters liebkost zu werden, das von seinen kleinen Kameraden, den normalen Fledermäusen links oben, dazu angefeuert wird!

Willkommen bei ’Cover-a-Cover’, der hiesigen Titelbild-Analyse auf FilmFlausen, fachgerecht, frivol und frei interpretierbar.

Was sehen wir auf dem Cover von ’Bat People’? Blöde Frage. Das haben wir ja schon im ersten Absatz geklärt. Viel wichtiger ist: Was sehen wir im Film dazu, wie passt das zum Titelbild und vor allem: Was steht hinter dem Cover?

Die letzte Frage will ich euch zuerst beantworten:



Machen wir’s kurz, Leute, denn im Gegensatz zum Cover dieses Films, will ich euch nicht verarschen. ’Bat People’ hat nichts mit dem Titelbild zu tun, nichts mit Qualität, nichts mit Unterhaltung oder Spannung. ’Bat People’ hat gar nichts.

"Nurse Batshit in die Notaufnahme!"
Die “Story“, mit der Autor Lou Shaw (sonst Schreiberling für ’Sheriff Lobo’ und ’Quincy’) hier aufwartet, ist der größte erdenkliche Müll, mit dem man einen solchen Film über 90 Minuten strecken konnte. Ein Forscher-Ehepaar macht während der Flitterwochen einen Abstecher in die Carlsbad Caverns, in der Dr. Beck von einer Fledermaus gebissen wird. Es kommt, wie es kommen muss: Nichts passiert und der Film ist zu Ende. Schön wär’s.
Tatsächlich plagen den guten Doktor bald böse Zuckungen und aggressives Verhalten, dass nicht nur zukünftige Mordopfer zu spüren bekommen, sondern auch seine Angetraute.
Ja, nehmen wir uns ruhig an dieser Stelle die Zeit, den sozialwissenschaftlichen Ansatz zu verfolgen: Mrs. Becks unablässige Entschuldigungen bezüglich des Verhaltens ihres Ehemannes ist sehr gut als Gleichnis für ganz ähnliche Entschuldigungen unterdrückter Frauen zu verstehen, die selbiges Verhalten ihrer Gatten immer wieder verharmlosen und herunterspielen.
Von wegen! Das habe ich mir grade ausgedacht, um meine Rezension strecken, weil dieser beschissene Film keinerlei Denkansätze, Reibeflächen oder auch nur den Funken von Unterhaltung bietet.

"It's only a movie!"
"NO! IT'S THE BAT PEOPLE!"
Okay, man erwartet von einem Film wie ’Bat People’ nicht unbedingt, dass eine tolle Geschichte erzählt oder großes Kino geboten wird (man sollte es jedoch grundsätzlich auch nie ausschließen!), aber man erwartet doch wenigstens Genre-Unterhaltung auf unterstem Niveau. Is nich, Leute. Bis auf ein paar müde Szenen, in denen Protagonist Bat-Beck (begleitet von den schrägen Tönen einer speckigen Jazz-Kapelle) durch die Straßen schleicht (vergesst das Monsterkostüm vom Cover) und einer Bat-Attack-Szene mit Guacamole-Geschmack zum Finale, gib es hier nichts, nichts, nichts.

Um so merkwürdiger, dass ’Bat People’ überhaupt nur als Randnotiz im Genre-Dschungel erwähnenswert ist, weil der Film als Kino-Debut der Trick-Legende Stan Winston herhielt. Der konnte sich bei den Dreharbeiten anscheinend einen Lenz machen und an tollen Konzepten für zukünftige, bessere Projekte arbeiten.

Frei nach dem Motto eines Train-Hobos im Film:

“Schon alles durchdacht, aber nichts gemacht.“

Yeah, that's all, folks.

Es ist der gleiche Hobo, der Minuten später meint:

“Aber es gibt eins, dass ich auf jeden Fall 100% besser machen kann, als jeder andere auf der Welt: Stinken! Jawohl, Stinken!“

Muss ich mehr sagen?


Hudson