Barracuda - FilmFlausen.de
                          




Barracuda



Originaltitel: Barracuda (1978)
Regie & Drehbuch: Harry Kerwin & Wayne Crawford
Darsteller: Wayne Crawford, William Kerwin, Roberta Leighton FSK: 16


"FISCHE GREIFEN MENSCHEN AN!"

(Originalzitat)

Die Einwohner der kleinen Küstenstadt Palm Cove benehmen sich seltsam aggressiv in letzter Zeit. Der mit lockeren Sprüchen um sich werfende Meeresbiologe Mike Canfield (Wayne Crawford) untersucht daraufhin das Meerwasser unweit des Chemiewerkes, welches die Haupteinnahmequelle der Stadt ist.
Diese Schnüffelei ruft bald allerlei Volk auf den Plan, nicht zuletzt Fabrikbesitzer Jack und seinen dämlichen Sohn Bubba, aber auch den freundlichen Sheriff der Stadt (William Kerwin, ’2000 Maniacs’).

"Papa, Papa! Die Bowling-Kugel
ist nicht mehr gut!"
Die Zwischenfälle (diverse Unterwasser-Attacken auf Taucher, Schnorchel-Schädel on the Beach und tausend zerbissene Fischleichen an Land) häufen sich und auch eine ominöse Graue Eminenz aus Mitgliedern der Regierung/Mafia scheint ihre Finger im Spiel zu haben. Also macht sich Mike mit Hilfe des Sheriffs und dessen heisser Tochter auf, des Pudels Kern zu knacken, während am Meer ein Yuppie nach dem anderen verspeist wird.

Uff; als Teenie war ich ein großer Fan dieses Streifens. Die Zeit und eine Art Geschmacksentwicklung hat uns aber eher voneinander getrennt.
Jede Menge Alberei und Nervigkeit wartet auf die Zuschauer, in dieser Nachgeburt des ’Weißen Hai’(pes). So ist zum Beispiel der Sohn des Fabrikbesitzers eine Inkarnation der Dämlichkeit und vermasselt jede einzelne seiner Szenen.
Ähnlich wie in ’Polyp - die Bestie mit den Todesarmen’ wird eine fadenscheinige Ökobotschaft in den Mix geschmissen, die Schaupieler sehen wieder mal aus wie Italiener, die Amerikaner spielen und die Quietschi-Synchro tut ihr übriges, um die unfreiwillige Komik anzukurbeln.

Fische füttern fordert Ferstand!
Während der erste Teil des Films größtenteils aus der Wiederholung ein und der selben Szene besteht (Leute rennen lachend ins Meer, werden verspeist, kreischen und sind fortan nicht mehr gesehen), löst sich sich das Killerfisch-Element in der 2. Hälfte dann im Meerwasser auf, und die Konzentration des Plots beschränkt sich auf die menschlichen Figuren und den gar nicht üblen Thriller-Aspekt.
Um so ärgerlicher ist dann auch der Schnitt, der in der FSK 12 Version das Original-Ende des Filmes (das mit Fug und Recht als ’dramatischer Höhepunkt’ bezeichnet werden kann) einfach weglässt. Hahnebüchene wissenschaftliche Erläuterungen, wie: “Sieh mal: die schwächeren Fische gehen ein, aber der Barracuda ist ein stärkerer Fisch. Also geht er jetzt auf alles los, aber sein Körper kann ja die Nährstoffe nicht mehr abbauen. Also frisst er immer weiter aber er verhungert trotzdem!“ helfen dem ernsthaft interessierten Zuschauer natürlich ebenso wenig weiter, wie dramatisch gemeinte, aber lächerlich gesprochene Dialoge a la: “Mein Gott, sie sind ja wahnsinnig. Ihre Experimente haben Menschenleben gekostet!“ “Nein, nein, ich kann sie alle wieder normal machen!“

Schau an, Geballer gibt es auch!


’Barracuda’ klingt gefährlich, ist aber eher harmlos und zieht zuweilen an den Nerven wie Hechtsuppe. Hardcore-Fans des Genres können aber ruhig mal ihre Zähne in diesen Mix aus ’Piranha’ und ’Die 3 Tage des Karpfen’ schlagen, sollten sich aber vor Gräten in Acht nehmen. Wohl bekomm’s!

Hudson