Das Schwert des Barbaren - FilmFlausen.de
                          




Das Schwert des Barbaren



Originaltitel: Sangral, la spada di fuoco Regie: Michele Massimo Tarantini
Drehhbuch: Piero Regnoli
Darsteller: Pietro Torrisi, Yvonne Fraschetti, Mario Novelli FSK: 16


“Eine Geschichte, tausend Jahre alt. Vom ewigen Kampf des Guten gegen das Böse!“
Und das Böse schickte alsbald seine Horden los, um das Gute zu töten und hält seit jenem schicksalsreichen Abend den Rekord im „Tötet sie!“ - Schreien (gefühlte 100 mal).

Nur wenige Gute, unter ihnen der Sohn König Ators (klaro), überleben. Er heißt Sangraal und als er erwachsen ist, führt er sein Volk durch Italien (oder wie auch immer dieses Fantasy Reich heißt) auf der Suche nach einer neuen Heimat oder wenigstens einer guten Spaghetteria. Nach jahrelangem Marsch kommen sie an die Grenze zu einer scheinbar verbotenen Zone (ähnlich der bei 'Planet der Affen'), die durch hängende Skelette (eindeutig Anschauungsmaterial, Bio 5. Klasse) gekennzeichnet ist.

The Lovechild of
Rambo & Hasselhoff!
Als das Volk nicht weiter will, sagt Sangraal aufmunternde Worte und plötzlich jubeln alle. Dann schwingt er sein Schwert, atmet bedeutungschwanger aus und schiebt es in den Boden. „Dies soll das Land unser Kinder sein!“ verkündet der tumbe Hüne und wieder jubeln alle. Kurz darauf kommt es allerdings zu einem Kampf, da ein naheliegendes Dorf (ca. 5 Hütten, sieht aber eher nach einem vietnamesiches Kriegsgefangenenlager aus) vom bösen König Krator (übrigens auch der Mistkerl der Sangraals Papa in die ewigen Jagdgründe geschickt hat) überfallen wird. Und nachdem sich alle erfolgreich die Kotletts aus den Hüften gesäbelt haben, ist erst mal Frieden und Harmonie angesagt (D.h. Sangraal sagt was und alle jubeln!). Dann kommts aber schon wieder dicke und ein folgenschwerer Vergeltungstreich der bösen Horden (die alle nur schwarze Lederschlüppis tragen) kostet etliche Opfer.
Junge, Junge; normalerweise beschränken sich Barbarenfilme ja auf einen Dorfangriff am Anfang, hier passiert das aber alle 10 Minuten (und dauert pro Angriff auch immer ziemich lange).
Als auch Sangraals Leute bei einem Übergriff gemeuchelt werden, schwört er natürlich bittere Rache.
So weit, so schlecht.

Ein Kreuz ist es auch
mit diesem Film!
Endgültig vom Stuhl gefallen bin ich dann allerdings, als ein Chinese namens Wang in die Handlung hüpft. Der kleine Kerl ist Bogenschütze, hat ein Laubblatt am Ohr und sieht aus wie Bruce Lee (ist aber nur Brocco Li, der Vietnamese aus dem Schnellimbis um die Ecke *).
In einer gerechten Welt, wären spätestens jetzt Arnold Schwarzenegger, Sandahl Bergmann und Gerry Lopez herbeigeritten, um diesen Amateur-Fellärmeln eins auf die Brezel zu geben. Da aber nichts dergleichen passiert, kämpfen sie von nun an in dampfenden Kiesgruben, weichen Styroporbrocken aus und kraulen durch 5 cm tiefes Wasser. Erinnerte mich an irgendein altes Computerspiel (aber sogar das hatte bessere Grafiken).
Die Dialoge und ihre Sprecher sind so ziemlich das letzte, das mir je vor die Flinte gekommen ist und der nervige Erzähler aus dem Off braucht gar nicht erst zu versuchen, mir zu erzählen, dass Sangral der Sohn des Ator ist. Das hat olle Ator nun wirklich nicht verdient. Tatsächlich sieht Hauptdarsteller Peter McCoy eher aus wie das Ergebnis einer folgenschweren Nacht zwischen Patrick Lindner und He-Man.
Als wäre die inhaltliche (offensichtliche) ’Anlehnung’ an John Milius’ Meisterwerk nicht dreist genug, versucht der italienische Stehgeiger Franco Campanino sich auch noch den genialen Soundtrack von Basil Polidouris anzueignen. Und wo wir gerade bei italienischen Namen sind; seine Unschuld hat Produzent Umberto Innocenzi wohl spätestens nach diesem kreuzdummen Machwerk verloren.

'Dumm aus der Netz-Wäsche kucken'

Möglicherweise können angetrunkene Party People oder muskulöse Romanistik Studenten etwas mit dieser Italo-Gurke anfangen. Ich, als der Welt zweitgrößter ’Conan’- Fan, kann jedoch diesen fünfmal durchgekauten Pizzabrei nur verächtlich ausspucken. Pfui Spinne. Hau weg, das ist nicht mehr gut!



PS: Also schön, es ist nicht Brocco Li, sondern der ansonsten recht kultige Al Yamanouchi. Aber leider macht er den Film auch nicht besser.


Hudson