Wings of Freedom - FilmFlausen.de
                          




Wings of Freedom


‘Hasselhoff haut drauf’


Originaltitel: W.B., Blue and the Bean (1989)
Regie & Drehbuch: Max Kleven
Darsteller: David Hasselhoff, Linda Blair, Tony Brubaker FSK: 12


“One morning in June some twenty years ago
I was born a rich man’s son
I had everything that money could buy
But freedom - I had none…” UND JETZT ALLE!!!

Na gut, ihr müsst auch nicht. Ich als Ossi und Kind der späten Achtziger/frühen Neunziger trage halt immer ein Textbuch mit Hasselhoffschen-Texten herum, hatte schon an meinem selbstgebauten Bonanza-Rad K.I.T.T.-Leuchten montiert und als mein Vater anno ’91 Hasselhoff einen “dämlichen Föhnwellen-Sack“ schimpfte, verweigerte ich trotzig meine Hilfe bei der Gartenarbeit.

“Der Regisseur kann mich mal!
Die Schweißbänder bleiben!!!“
‘Wings of Freedom - Hasselhoff haut drauf’ war eine dieser Granaten, die im Zuge des Hasselhoff-Booms auf deutschen Privat-Sendern häufig zu bestaunen war. Der Film zeichnete sich neben dem dümmlichen Untertitel auch dadurch aus, dass er (einer TV-Serie gleich) schon in den Credits eine Schnitt-Montage der ’besten’ Szenen präsentierte. Etwas, das ich (so meine ich zumindest) bis heute kein zweites Mal in einem Feature-Film gesehen habe.
Die drei Kopfgeldjäger W(eiß)B(rot) (Hasselhoff), Bean und Blue (Stunt und Nebendarsteller-Ikonen Thomas Rosales Jr. & Tony Brubaker), die selbsternannten ’Wings of Freedom’, arbeiten für ein ’Unternehmen’, das Kautionsflüchtige vor den Richter schleift. Ihr aktueller Auftrag schickt die drei Glücksritter in die Arme die wohlhabenden Nettie (Linda Blair), die dummerweise den Mord an einem Kartell-Mitglied beobachtet hat und von mexikanischen Cabrons in den Süden entführt wird. Die ’Wings of Freedom’ reiten hinterher, um den Tag und die Braut zu retten..

Nur für den Fall, dass ihr noch etwas erwartet habt: Tiefer wird’s nicht. Das ganze schaut sich an, wie eine überlange ’A-Team’-Folge ohne ’A-Team’ und hat auch den Charakter eines ’Piloten’ zu einer nie verwirklichten Action-Serie (samt Cliffhanger-Ending).
Hauptdarsteller und Co-Produzent grinst und hampelt sich durchs Bild und kokettiert mit seinem gewaltigen Nackenspoiler. Mit Linda ’The Hair’ Blair hat er sich wahrscheinlich nicht nur das Haar-Spray, sondern auch den Eyeliner geteilt.

Linda Blair...
Was will man mehr?
Während der ’Hoff’ mit eingeübten Trademark-Moves (wie dem ’Beide-Arme-gen-Himmel-Strecker’) alte Kindsköpfe auf dem Sofa hüpfen lässt, nervt die Frisur-Aktrice mit debilem Blick und passenden Sprüchen (“Ihr Wings of Freedom seid wirklich heiße Jungs.“). Die Nebendarsteller agieren allesamt gut aufgelegt, was höchstwahrscheinlich am Tequila-Verzehr lag und nicht der Hoffnung, ’Teil von etwas Großem’ zu sein. In Nebenrollen sind Danny Trejo und John Vernon zu sehen.
Die Action züngelt unbeholfen an einer Katastrophe vorbei. Das Rumgeballer mit Handfeuerwaffen aller Art, Verfolgungsjagden per Automobil und Pferd, sowie Hasselhoffs Gesangsversuche unter der Dusche gehören eindeutig zur Gattung ’So bad, it’s good’.

“Danke Gringo. Möge der Vogel der Hilfsbereitschaft sein kleines Nest auf deiner Nase bauen.”
“Saupreuß, mexikanischer. Wenn ich je rauskriege was das bedeutet!“

Fazit: Hirn raus. Bier rein. Film an. Und gute Nacht.

Hudson