Bad Raiders - FilmFlausen.de
                          




Bad Raiders


‘Der Kampf ums Überleben beginnt am Ende der Welt’


Originaltitel: Land of Doom (1986) Regie: Peter Maris
Drehbuch: Peter Kotis & Craig Rand
Darsteller: Deborah Rennard, Garrick Dowhen, Daniel Radell FSK: 18


Neulich in... ja, kommt! Ihr wisst schon genau, wo!

Bad Raiders. Was das bedeutet, sehen wir gleich zu Beginn des Films, als eine Horde wildgewordener Motorradfreaks in Ledermontur ein paar rotbeleuchtete Pappkulissen stürmt, alles was nicht tot ist vergewaltigt und alles was vergewaltigt wurde umbringt.
Kein schöner Anblick. Werder menschlich, noch technisch. Schlechter Geschmack ist bei ’Bad Raiders’ vorherrschend.
Es ist mal wieder Endzeit und die Erde ist zur Hölle gegangen. Daher wohl auch der penetrante Rotfilter. Das soll Satans Innenarchitekt ja bevorzugen.
Nach Mord und Totschlag lernen wir endlich unsere Protagonisten kennen. Es sind Harmony, ein blondes Biest mit Kontaktproblemen (sie besteht sehr eindringlich auf ihre eigene Körperblase) und Anderson, ein verwundeter Ex-Raider, der deren friedliche Organisation anstrebte (ja, sein Bild steht im postapokalyptischen Wörterbuch direkt unter dem Begriff ’Trottel’).

The Bad Raiders. Yup, they're that bad.

Obwohl Harmony so eine Zicke ist, raffen sich die beiden zusammen, um den Gefahren der Wastelands zu trotzen. Das ist auch bitter nötig, denn neben der Hitze, den handelsüblichen P.A.-Mutanten und irren Kannibalen, sind es vor allem die Bad Raiders, die ihnen das Leben schwer machen.
Auf Befehl von… keine Ahnung wie er heißt…. ich nenne ihn mal ’Fieser Typ mit schlechtester Halloween-Maske aller Zeiten’ suchen diese nach Anderson, denn der ist dafür verantwortlich, dass ihr Anführer diese dämliche Maske tragen muss (unappetitlich!).
Ich weiß, ihr denkt jetzt: ’Kommt der mal bald zur Story?’ Aber das ist so eine Sache mit Handlung und Plot, wenn es um Endzeitfilme aus den Achtzigern geht. Inhaltlich geht’s da meist nie über die Substanz eines Klowandspruches hinaus.
Die ’Bad Raiders’ kleiden sich in Nieten-beschlagene Lederklamotten, intrigieren untereinander, fahren in lächerlich aufgetakelten Höllenmaschinen durch den Sand und sind schlicht und einfach böse, des ’Böseseins’ wegen. Das war in Endzeitstreifen schon immer so. Höchstwahrscheinlich bedingt durch das Klima und das Fehlen jeglicher Sozialstationen. Fernsehen gibt es natürlich auch nicht.

The unbearable Horrors of the Post Apocalypse

“Harmony, you don’t change the world by killing everybody. You only kill somebody when you have to.”

Wenn die Harmony den Anderson verzweifelt fragt: “Why is it like this?“, kommt automatisch die Antwort des Zuschauers: Weil niemand Geld und Ideen in diesen Plunder investieren wollte.
Aufgrund eindeutiger Trash-Tendenz fällt es mir an dieser Stelle wirklich schwer, ein Fazit zu ziehen. Der Film ist billig, schlecht und einfallslos wie zwei Folgen ’GZSZ’ zusammen, hat aber gewisse Vorteile, die Fans bralliger Endzeit-Action durchaus zu schätzen wissen dürften. In der Welt von Dauerfeuer, synthetischen Pop-Hymnen, staubigen Verfolgungsjagden und einem Krawall-Finale das alles vorher genannte vereint, befindet sich ’Bad Raiders’ kurz über dem Durchschnitt. In der Welt gut durchdachten Unterhaltungskinos ist der Sreifen kurz unter der Schmerzgrenze.


Hudson