Bad Pack - FilmFlausen.de
                          




Bad Pack


‘Bad to the Bone’


Originaltitel: The Bad Pack (1998)
Regie: Brent Huff Drehbuch: Brent Huff & Douglas L. Walton
Darsteller: Robert Davi, Roddy Piper, Ralf Moeller FSK: 18


Die glorreichen Sieben reiten wieder. Sie sind zwar nur zu sechst und ohne Gäule unterwegs, kommen aber als derbe Erben des A-Teams daher und haben Söldner verschiedenster Coleur an Bord.
Was eignet sich besser zum Beschützen vor dem Abschaum der Welt, als ein kleines texanisches Grenzkaff voller armer, rechtschaffender Mexikaner, das regelmäßig von korrupten, schießwütigen Milizen aufgerieben und geplündert wird? (Na höchstens von Barbaren bedrohte Elfen, aber die waren gerade nicht zur Hand.)

Peng Peng...
Die größtenteils illegal eingewanderten Mexikaner können sich nicht ans FBI oder die Texas-Ranger wenden, also zählen sie auf eine Zeitungs-Annonce aus L.A. und schicken zwei Repräsentanten, um den Söldner Fredrickson anzuheuern. Dieser erweist sich leider als nutzloser Säufer, doch findet sich bald Ersatz in Form von McQue (kein Vorname, immer gut), einem hartgesottenen Kriegshelden, der zum Beweis seines Könnens gleich mal ein paar bewaffnete Räuber auseinandernimmt. Das ist genau ihr Mann, denken sich die beiden Mexikaner, haben aber zuerst Schwierigkeiten, McQue (Robert Davi) davon zu überzeugen. Als ein Geldtresor mit angeblichem Millionen-Inhalt ins Spiel kommt, ist er ganz Ohr. Alleine wird er die Milizen natürlich nicht knacken können, also muss Verstärkung her. Bald ist eine Truppe alter Kumpels aufgetrieben und eingewiesen: Ein exzellenter Autofahrer (Roddy Piper), ein muskulöser Ex-GSG9er (Ralf Möller), eine tödliche Scharfschützin, ein irrer Sprengstoffexperte und ein afroamerikanischer Hacker, der Zugriff zu allerlei Daten hat. Das ’Bad Pack’ macht sich auf zu großen Taten. Doch haben sie überhaupt eine Chance gegen die zahlenmäßig überlegenen Gegner…

“Die Jungs wollen Action“
“Unter Friedensbedingungen hat jeder seine Einstellung zum Krieg. Das ist Philosophie.“

Jaha, Hegel hätte es nicht besser ausdrücken können. Aber die Bösewichte in amerikanischen B-Movies haben halt einen Hang zur Dummschwafelei. Deswegen mögen wie es ja so, sie zu hassen.

...Balla Balla...
Die größte Stärke des Films ist nicht etwa fetzige Action, zu der es sowieso leider erst im letzten Drittel kommt, sondern die illustre Besetzung aus altbekannten Genre-Haudegen. Robert Davi (’Stirb langsam’) spielt seinen Söldner-Boss gewohnt grimmig und weiß auf seine Art auch mal als Hauptdarsteller zu gefallen. Roddy Pipers (’Sie Leben’) Kabbeleien mit Patrick Dollaghan sind recht spaßig und erinnern ein wenig an ähnliches Gefetze zwischen ’Murdoch’ und ’B.A.Baracus’ vom ’A-Team’. Larry B.Scott (’Der stählerne Adler’) ist für die Hustler-Sprüche verantwortlich, während Ralle Moeller gar nicht mal so uncharmant mit Killer-Blondine Shawn Huff flirtet. Das ’Talent’ von Moeller wird hier bestmöglichst ausgelotet. Er spielt einen groben Fighter deutscher Herkunft mit breitem Grinsen. Man könnte sagen, er spielt sich selbst und Gott sei dank wird er synchronisiert. Auf der Gegenseite glänzt Moellers ’Gladiator’ Co-Star Sven Ole Thorsen (’Conan - Der Barbar’), leider nur als Right-Hand-Man, aber mit fettem Sheriff-Schnäuzer und bekannt sympathisher Tumbheit. In einer Nebenrolle ist ’Phantom Kommando’-Baddie Vernon Wells als Biker zu sehen. Meiner Meinung nach hätten sie besser ihn den Oberbösewicht spielen lassen, als Marshall Teague (’Road House’). Letzterem fehlt es zwar nicht an tumber Schurken-Propaganda (“Der wichtigste Punkt unseres Lebens ist, das Böse in uns zu akzeptieren. Das Böse ist das Beste!“), dafür aber an bedrohlicher Präsenz. Um diese Gestalten wurde das altbewährte ’Sieben Samurai’Garn herumgesponnen, eine Story, die schon so oft verwurstet wurde, dass es auf das eine Mal nun auch nicht mehr ankam. Vor allem da Regisseur und Co-Star Brent Huff den Streifen humorvoll und kurzweilig inszenierte.


...Winke Winke

Fazit: Ein B-Actioner wie er im Buche steht. Tolle Typen, nette Action, übersichtlicher Plot. ’Bad Pack’ ain’t that bad at all!


Hudson