Backfighter - 3 Wahnsinnstypen schlagen zu - FilmFlausen.de
                          




Backfighter - 3 Wahnsinnstypen schlagen zu


‘Für sie gibt es keine Gegner’


Originaltitel: Heroes Three (1984) Regie: Lau Shing Hon
Drehbuch: Pat Dunlop
Darsteller: Mike Kelly, Laurens C. Postma, Laurence Tan FSK: ungeprüft


Dutch und Jim sind Mitglieder der amerikanischen Marine, die sich auf Landgang in Hong Kong mit den Worten “Grüßt mir Herpes und Tripper, wenn ihr sie seht!“ von den Kameraden verabschieden und keine fünf Minuten später in einer schäbigen Seitenstraße von Rowdies in Masken angemacht werden, die mit schnipsenden Fingern und im lässigen Gleichschritt auf sie zumarschiert kommen.

Zitat: “Das erinnert mich an die Westside Story.“
“Kann nicht sein. Das hier ist Eastside, Bruder.“

Die Jungs wollen Stress und bekommen ihn auch. Nach vollbrachter Prügelei geht’s für die beiden Seemänner erst einmal in den Puff, wo sich Jim allerdings sofort zu einem kurzen Abstecher in die örtliche Unterwelt verabschiedet, also bleiben beide Nutten für Dutch.

“Hey Jim, wo warst du die ganze Nacht. Ich hab mir deinetwegen dicke Eier geholt!“

Doch Jim ist weg. Von den Schuchen des örtlichen Gangsterbosses Coffin Fang eingebuchtet und einer monströsen Milchfolter unterzogen. Dutch muss sich alleine durch die Unterwelt Hong Kongs boxen, um das Verschwinden seines Partners aufzuklären, als plötzlich eine Reihe von Attentaten die lokale Geschäftswelt erschüttert. Was hat das alles mit dem amerikanischen Geschäftsmann zu tun, der Hong Kongs neuer Tai Pan werden will und seine Ehefrau mit der Freundin des Privatdetektives Horatio Lin betrügt? Welche dunklen Geheimnisse wird Dutch ergründen? Und wie foltert man mit Milch?

Genau so.

Reichlich viel inhaltliches Geschubber, um einen Prügelkrimi dieser Art auf den Weg zu schicken. Alldieweil letzten Endes dann doch wieder die typischen Klischees des Martial Arts-Crime-Kinos vorherrschen. Sei es das Training des ignoranten Helden im Dojo vor Ort, Sprachspastizismen der groben Sorte (“Walten sie, Mistel, walten sie!“) oder die zwielichtigen Gestalten, die auf Verfolgerkurs geradezu auffällig unauffällig durch die Gegend stelzen, scheinbar auf die passende Gelegenheit und/oder Location harrend, um dem Helden endlich eins reinzuwürgen und dann 30 Sekunden später die Schnauze voll von der Tour haben und in aller Öffentlichkeit zulangen. Sei’s im Stadion, in der U-Bahn, im Hotel oder der Arcade-Halle. Man möchte anmerken, die Goons sollten mal so etwas wie eine Grundausbildung absolvieren, bevor sie sich als Handlanger diverser Superschurken verdingen dürfen.
Bloß gut, dass die Action in ’Backfighter’ der Dramaturgie überlegen ist. Die Fights sind recht flott und lassen die Darsteller wenigstens hin und wieder wie Leute vom Fach aussehen.

Okay... vergesst das Dramaturgie-Gemecker!

Fazit: Reißerischer Action-Thriller mit unnötig verschwurbelter Krimi-Plotte, aber amüsantem Fight-Finale, in dem bunt geschminkte Hong Kong-Henchmen, die den Helden während des gesamten Filmes wie die Olsenbande auf Dope verfolgt haben, endlich die Fresse dick geschlagen bekommen. Ist auch fast so etwas wie eine Art Erlösungsmoment.


Hudson