Avalon of Excalibur - FilmFlausen.de
                          




Avalon of Excalibur



Originaltitel: Avalon (1989) Regie & Drehbuch Michael J. Murphy
Darsteller: Patrick Olliver, Stephen Harris, Debbie Stevens FSK: 16


“Nehmt euch in Acht vor Avalon! Morgana und ihre sieben Hexen bringen Unheil überall. Wir müssen das Blut dieser Jungfrau opfern!“
“Holladiha! Holladiha! Holladiha! Holladiha! Holladiha! Holladiha! Holladiha! Holladiha! “

Und hier 'Die Fackel des Grauens'
So schallt es zu Beginn von ’Avalon of Excalibur’ aus dem Wald. Und bevor ihr jetzt Sir Malorys ’Le Morte d’Arthur’ rauskramt, um zu checken, was Morgana denn mit Avalon zu tun hatte, lasst es sein. Dieser Film nimmt es nicht so genau mit der Artus-Legende:

“So, ihr beiden. Was wisst ihr über die Insel Avalon?“
“Man nennt sie auch die Insel des Todes.“

Bei ’Avalon’ geht es um drei Gefährten, den Krieger Owen, den Dieb Kairan und die Jungfrau Clothilde, die allesamt nach Avalon wollen. Letztere beiden werden von den Holladiha-Sektenhoschis aus dem Dialog von oben gerade für den Opfer-Altar fertiggemacht, als Owen beherzt einschreitet und seinen mächtigen Stahl gegen die okkulte Übermacht schwingt. Gemeinsam reisen (joggen) die drei zum nächstgelegenen Strand, wo ihnen ein altes Hutzelmännchen begegnet. Es ist natürlich Merlin der Magier, der sich zum Beweis gleich jung zaubert und die drei Helden nach ihrer Bestimmung fragt.

Das Böse: Schwert hängt.
Während es Kairan nur auf Gold abgesehen hat, will Owen König Artus wecken (“Man hat mir gesagt, dass Arthur Pendragon dort ruhen soll, bis die Welt ihn braucht.”) und Clothilde nach ihrem verschollenen Geliebten Edwin suchen. Nachdem Merlin mit den dreien nach Avalon geschwommen ist, gibt er kurz Auskunft (“So, wir haben es geschafft. Und ihr seht, es war nicht so weit. Eine verwunschene Welt!“) und schwimmt wieder zurück. Merlin war scheinbar nicht nur Zauberer, sondern auch Kampfschwimmer.
Auf der Insel erleben die drei Recken schließlich viele preiswerte Abenteuer, welche Begegnungen mit einem schleimigen (aber friedlichen) Sumpfmonster, ein paar Zombies, den sieben Hexen und einem Haufen Bodybuilder in der Arena des Todes beinhalten, bis sie schließlich mithilfe des Zauberschwertes Excalibur Morgana selbst zum Kampf herausfordern…

Es fing ja alles ganz amüsant an, mit Horden depperter Trashgestalten, die den drei dauerhaft brabbelnden Helden in die Suppe spucken und zum Dank vor günstigen Kulissen, Nebelmaschinen und Freizeitpark-Locations aufgemischt wurden. Etwas, dem ich eigentlich nur kindliche Begeisterung zollen kann.

Das Gute: Schwert steht.
Doch zwischendurch nahmen die furchtbaren Dialoge (“Wer bist du?“ “Niemand. Ich glaube nicht, dass du mich kennst.“), in die Länge gezogene, weichgezeichnete Softsex-Szenen (auch mit furchtbaren Dialogen: “Das ist mein Lieblingstier. *zeigt Schlange* Ich habe es zum Spielen mitgebracht. Ziehe dich aus und spüre es auf deiner Haut. Mein Körper berührt deinen.“) und breitgelatschte Arenenkämpfe mit Pappäxten of Doom (plus furchtbare Dialoge: “Lasst uns mit dem Endkampf beginnen!“) überhand und ’Avalon of Excalibur’ mutierte - öfter als mir lieb war - vom barbarischen Funtrasher zum Sleaz-o-Rama der Billigklasse.
Nicht, dass es jemals den Anschein macht, hier würden tatsächlich Production Values zur Verfügung stehen. Au contraire!
Abgesehen davon, dass kein einziger professioneller Schauspieler zur Verfügung stand und die Musik den unterirdischen Düdel-Standards der miesesten italienischen Barbarenschinken entspricht, bugsiert vor allem die Ausstattung den Trashfaktor in neue Dimensionen.
Merlins Bart besteht aus Zuckerwatte, einem Monster wird ein Glas Honig auf den Kopf geschmiert, um es schleimig wirken zu lassen und die Props sind auf 100 Meter Entfernung als Fake auszumachen (Stichwort: Zauberstöcke mit Glaskugeln, die normalerweise als Abdeckung für Treppenhausbeleuchtungen dienen). Bekommt jemand den Kopf abgeschlagen, landet das Haupt einer Schaufensterpuppe auf dem Rasen und wenn Magie im Spiel ist, werden die guten alten Zeichentrick-Effekte rausgekramt. Höhepunkt des Trashs ist ein finales Stop-Motion-Monster, das komplett aus Alufolie gebastelt zu sein schein.

Er will seinem neuen Freund spezielle Sumpfsuppe geben. Uraltes und geheimes Rezept, das von Sumpfling zu Sumpfling über Generationen weitergereicht wird.
(Die Holzläuse es machen schmackhafter!)

“Glaubst du, dass wir hier in Gefahr sind?“
“Ich habe den Ruf, der beste Kämpfer im Land zu sein. Vielleicht kann ich es hier unter Beweis stellen.“
“Wie töricht du bist.“

Töricht ist nur, wer hier mehr erwartet, als das Cover verspricht. Will sagen: Tittentennis, gurkige Kämpfe, billige Kulissen und Trash-FX bis zum Abwinken. Stilistisch irgendwo zwischen Fulcis ’Conquest’ und dem ersten ’Todesjäger’, preislich nochmal zwei Klassen drunter. Nur für ganz fiese Trashköppe und Leute, die Barbarenunterwäsche tragen.


Hudson