Ausgestoßen – Frauen im Zuchthaus - FilmFlausen.de
                          




Ausgestoßen – Frauen im Zuchthaus


‘The Brazilian Jungle's Wildest Creatures!’


Originaltitel: Femmine in fuga (1985) Regie: Michele Massimo Tarantini
Drehbuch: Michele Massimo Tarantini & Michele Massimo Tarantini
Darsteller: Suzane Carvalho, Rossana Ghessa, Gloria Cristal FSK: ungeprüft


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'Ausgestoßen - Frauen im Zuchthaus' (auch 'Ausgestossen - Nackte Gewalt im Frauengefängnis' oder 'Women in Fury') ist ein italienischer Women-in-Prison-Streifen von Regisseur Michele Massimo Tarantini ('Flotte Teens und heiße Jeans'). Star des Films ist die bezaubernde Suzanne Carvalho, eine brasilianische Schönheit, deren Augen so dunkel sind, wie ihre üppigen Kugeln sinnlichen Fleisches gegen die Schwerkraft kämpfen müssen. Suzanne hat im gleichen Jahr auch in Tarantinis Dschungel-Exploiter 'Massacre in Dinosaur Valley' (den ich übrigens liebe) mitgespielt und sich danach vorzeitig von der Schauspielerei verabschiedet, um Profi-Rennfahrerin zu werden (mit Erfolg, kommt erschwerend hinzu). Schade für uns Sleaze-Fans, aber nehmen wir's hin und begutachten den vorliegenden Film und ihre zweite Hauptrolle.

Komm an meine Brust!
Angela Duvall, liebenswertes High Society Babe, wird (you guessed it...) unschuldig ins Gefängnis gesteckt. Sie soll den Boss eines Drogen-Kartells erschossen haben, nimmt aber in Wirklichkeit die Schuld auf sich, um ihren Bruder zu schützen. Im brasilianischen Knast erfreut sich Angela bei der lesbischen Aufseherin und ihren beinharten Zellen-Genossinnen anfangs keiner großen Beliebtheit. Nur die dicke Schoko-Braut Denise und der Gefängnis-Doc nehmen sich ihrer an. Als dann auch noch die Gefängnis-Obrigkeit versucht, Angela nachts durch Auftrags-Killer an den Galgen zu bringen, reißt dem Doktor der Geduldsfaden und er versucht, Angelas Bruder zu einem Geständnis zu bringen, um sie aus dem Knast zu holen. Während eines weiteren Anschlags auf Angelas Leben auf dem Gefängnishof kommt es dort allerdings zur Revolte und Angela gelingt mit einem Haufen anderer Weiber die Flucht in den Dschungel. Der blutige Showdown ist nur eine Frage der Zeit…

Revolte im Frauenzuchthaus
(Black Beauties and Big Mommas first!)
Im tiefen Sumpf der Italo-WiP-Filme sticht 'Women in Fury' durchaus als eines der besseren Exemplare heraus. Der Film bietet reichlich Action, eine bildhübsche Hauptdarstellerin (und auch sonst annehmbare Performances) und weiß durchgehend zu unterhalten. Das schafft er, ohne dabei allzu trashig zu werden (vor allem im direkten Vergleich mit 'Massacre in Dinosaur Valley', der dafür aber auch noch mehr Spaß macht). Sowohl die erste Hälfte im Gefängnis, als auch der Flucht-Part sind stimmig und verhältnismäßig spektakulär. Was den Action-Gehalt angeht, wird der Film stellenweise sogar zur ziemlichen Bad-Ass-Angelegenheit, wenn zum Beispiel einer angreifenden Wasserschlange ein Loch in den Schädel geballert oder der Gefängnis-Bitch der Kopf abgeschnitten wird. Weitere Höhepunkte in dieser Sparte wären zwei Cat-Fights (einer im Wasser), eine fiese Prügelszene mit nassem Handtuch, Abspritz-Folter mit dem Feuerwehrschlauch und eine weitere Schlangen-Attacke, bei der selbst Indiana Jones mehr Nerven bewahrt hätte. Auch gibt es einige Schießereien, die beinahe Genre-Highlights darstellen, wenn beispielsweise ein Kerl erschossen wird und dann mit seiner Spitzhacke in eine Gefangene fällt oder es zum finalen Shoot Out in einer Kirche kommt (wir wissen ja schon seit 'The Killer', dass das 'ne gute Location ist). Ein paar relativ blutige Messer und Macheten in die Wampe gibt’s noch dazu. In Sachen Sleaze bekommen wir außer den bereits erwähnten Stellen eine sehr ansehnliche Lesben-Szene mit der blonden Wärterin und die übliche Nacktheit (ob wir wollen, oder nicht).

They had it comin'...

Man merkt, dass dieser Film von einem fähigen Regisseur gemacht wurde und sich durchaus zur kleineren Elite seines Genres zählen kann. Es gibt eine ganze Reihe cooler und spannender Szenen, ein paar erotische Momente und fast durchgehend passiert etwas. Genre-Fans kommen also auf ihre Kosten. Dennoch wirkt er nicht ganz so sleazig und gemein wie z.B. Bruno Matteis WiP-Filme mit Laura Gemser.
Insgesamt gibt es also eine klare Empfehlung für alle Exploitation-Freunde und der Film schlittert nur knapp an der nächst höheren Wertung vorbei.



P.S.: Dieses Review basiert auf der etwas längeren US-Fassung des Films.


Spooner