Ator - Herr des Feuers - FilmFlausen.de
                          




Ator – Herr des Feuers


‘Seine Mutter war eine Prinzessin, sein Vater ein Barbar.’


Originaltitel: Ator l'invincibile (1982) Regie: Joe D'Amato
Drehbuch: Joe D'Amato & Michele Soavi
Darsteller: Miles O’Keefe, Sabrina Siani, Ritza Brown FSK: 16


Hier ist er also: Der 'Conan' Abklatsch Nummer Eins!
Der unbesiegbare Ator! Das legendäre Machwerk! Der Film, der Miles O’Keefe zu zweifelhaftem Barbaren-Ruhm verhalf und seine Frisur unsterblich machte.

Zur Story: Eine Prophezeiung besagt, dass der Sohn des Torn den Spinnenkult eines Tages vernichten wird. Also schickt der Hohepriester seine finsteren Mannen aus, um jedes Kind zu töten. Da brennt natürlich bald die eine oder andere Hütte, wie gewohnt in Streifen dieser Art. Ator selbst, der just aus dem Schoß seiner Mama gepurzelt ist, wird jedoch vom Krieger Griba gerettet und in die Obhut einer netten Bauernfamilie gebracht.

Viele Jahre später.

'Mit dem Schwert nach...'
Ator ist ein erwachsener Mann im zeugungsfähigen Alter und hat sich prompt in seine Schwester verknallt (“Warum können wir nicht Mann und Frau sein?“ “Du bist mein Bruder, Ator!“ “Ich werde mit Vater drüber sprechen.“). Da ist die Freude natürlich groß, als Papi ihm nun die Wahrheit über seine Herkunft verrät und ihm die Hand der Tochter gewährt. Die Hochzeit (Blumenkränze galore!) ist gerade im vollen Gange, als die schwarzen Ritter der Spinne die ’Wedding Crasher’ spielen und alles niedermetzeln, das Dorf abfackeln (ye olde!) und Ators Frau rauben.
Kurz bevor dieser selber ermordet werden kann, taucht jedoch der gealterte Griba auf und rettet ihn. Nach einer ausgiebigen ’Trainingsmontage’ ist Ator für den Kampf bereit und macht sich auf, seine Frau zu retten, wird aber keine fünf Minuten später von einer Herde Amazonen eingefangen. Bevor er zum Geschlechtsakt gezwungen werden kann, erbarmt sich Blondine Moon (Sabrina Siani) und verhilft ihm zur Flucht. Gemeinsan begeben sie sich auf eine gefährliche Reise durch ein Land voller Wunder.

Naja, was heißt Wunder…

'Barbaren-Lehrer mit Hut,
Tafel und Zeigeschwert'
von Joe D'Amato
Immerhin ist es ein Land voll von barbarischem Lokal-Kolorit. Als da wären:
Schlangen, Spinnen, Eulen, Nebel, Amazonen, Untote, Höhlen, Hexen, Schwerter, Keulen, Äxte, Hüte, abbe Köppe, Ruinen, Schenken (mit dicken Wirtinnen), Einäugige, Muckis und Haare.
Auf seine ganz eigene, ulkige und verdammt trashige Art, ist ’Ator – Herr des Feuers’ seine knapp 90 Minuten recht anschaubar und mit dem fragwürdigen Ruf gesegnet, die allererste ’Conan’ Copy zu sein.
Es galt, eine Dublette eines grandiosen, genre-prägenden Epos’, in kürzester Zeit und mit möglichst geringem Budget herunter zu leihern. Wer meldete sich da freiwillg?
Ganz klar: Der italienische ’Menschenfresser-Spezi’ Joe D’Amato, der später auch mit 'Der Unbesiegbare', 'Iron Warrior' und 'Troll 3' die Geschichte um den waschbrett-bäuchigen Föhnwellen Fighter ’Ator’ (wieso eigentlich ’Herr des Feuers’, der war niemals auch nur in der Nähe einer Flamme) zu einer ganzen ähm ’Saga’ verwurstete.
Dass ihm (genau wie den etlichen anderen Nachahmern und Trittbrettbarbaren) dies nicht gelang, steht kaum zur Debatte.

"Meine Herren, ich bitte sie!
Jeder darf mal!"
War ’Conan’ ein uncharsimatischer Glotz-Klotz? Nein! Hatte ’Conan’ Haarspray in der Frisi? Nein! Lediglich die Synchro von Thomas Danneberg verbindet den Vollblüter ’Conan’ mit seinem Dünn-Durchschlag ’Ator’ (und jene Synchro ist auch wirklich das einzig erfreuliche an O’Keefes Auftritt).
Die Damen und Herren aus der 2. Reihe sind mal wieder keinen Deut besser; Barbaren-Vollzeit Blondine Sabrina Siani (war auch später als heiße Hexe in 'Throne of Fire', 'Schwert des Barbaren', und Fulcis ’Conquest’ dabei) sieht wenigstens besser aus. Der Hohepriester (Alajandro Dakar, bekannt aus ’Zombi 2’) ist jedoch ein dreiste Trash-Version von ’Conans’ Thulsa Doom und sieht aus wie das angetrunkene Licht-Double von Isaac Hayes.
Übrig bleiben: Ein schlecht choreographiertes Schatten-Duell (trotzdem ‘ne nette Idee!), eine Riesenspinne, die nichts anderes macht, als mit den Beinen zu zappeln, sich aber trotzdem nicht von der Stelle bewegt und Musik von variierender Qualität (im Abspann scheuert sogar eine Pop-Hymne rum).

"Also schön. Wer von euch beiden hat bitte dieses Netz geknüpft?
Arm hoch... sofort melden!"

Die Tatsache, dass ein einmaliges Kino-Erlebnis wie 'Conan - Der Barbar' nicht zu kopieren war, wollten in den 80er Jahren sowohl italienische, als auch amerikanische Regie-Brezeln leugnen… und scheiterten mit ihren Versuchen kläglich.
D’Amatos Barbaren-Erstling macht da keinen Unterschied, ist aber ein gefundenes Fressen für Genre-Fans, Trashliebhaber und Leute, die gerne niedliche Bärenkinder neben halbnackten Männern herumtrollen sehen. Für alle anderen ist olle Pomp-Frisi ’Ator’ jeodch nur ein Würstchen vom Vortag.

Hudson