Atlantis - Der verlorene Kontinent - FilmFlausen.de
                          




Atlantis - Der verlorene Kontinent


‘SIGHTS NEVER BEFORE SEEN - Adventure never before experienced!’


Originaltitel: Atlantis, the Lost Continent (1961) Regie: George Pal
Drehbuch: Gerald Hargreaves & Daniel Mainwaring
Darsteller: Sal Ponti, Joyce Taylor, William Smith FSK: 12


SPOILER!!!

Dimitrios, ein armer, aber gut gebauter und sonnengebräunter Fischerjunge mit vollem Haar rettet eines Tages die Prinzessin Antillia aus den Fluten der harschen See. Wie Prinzessinnen so sind, hat die gute Antillia keine Lust, unter Fischern zu hausen und deren minderwertige Wolle auf dem Leib zu tragen (dann zieh dich doch aus, du Luder), also versucht sie im Boot von Dimitrios’ Vater zu fliehen. Der junge Fischer schafft es gerade noch, zu Antillia in den Kahn zu springen und wird sofort von der Grazie bezirzt, er solle sie doch bitte nach Hause kuttern (Weiber!). Der liebestolle Dimitrios geht auf die Bitte ein und bald hat man die unerforschten Gewässer jenseits der Säulen des Herakles erreicht, wo auch schon ein Unterseeboot die Jolle rammt. Unterseeboot? Ganz recht, denn wir sind nicht mehr in der Ägäis, sondern nahe Antillias Heimat, Atlantis.

Sport frei mit dem Atlantis Turn Team
Und dort kennt man technische Geheimnisse, die den Sandalen-Boys und Lendenschurz-Heroen der Antike bislang fremd sind. Nachdem Antillia und Dimitrios von dem Gefährt in die sagenumwobene Stadt gebracht werden, findet sich der junge Fischer plötzlich in Ketten auf der Sklaven-Ersatzbank in der Kristallmine wieder. Eigentlich waren ihm ja Reichtum und die Hand des Prinzesschens versprochen worden, doch der finstere Zaren, erster Berater des senilen Königs, hat eigene Pläne mit Antillia und dem Reichtum Atlantis’. Während Dimitrios Sklavenarbeit verrichten, in der Arena um sein Leben kämpfen, und in den Folterkellern der Stadt die Verwandlung in ein Tiermonster befürchten muss, handelt der atlantische Senat eine Kriegserklärung gegen den Rest der Welt aus. Kann Dimitrios die Völker jenseits des verlorenen Kontinents warnen oder Atlantis vielleicht gleich selbst den ewigen Schlund der Welt hinabspülen?

“Das Gesetz zwingt uns, alle Fremden zu Sklaven zu machen.“

Wen erwarten die... Godzilla?
’Atlantis - Der verlorene Kontinent’ ist eine recht abenteuerliche, farbenfrohe und kurzweilige Angelegenheit, doch während hinter der Kamera echte Talente arbeiteten (Regisseur George Pal drehte vorher ’Die Zeitmaschine’ und Drehbuchautor Daniel Mainwaring schrieb das Script zu ’Die Dämonischen’) gibt’s in der Besetzung lediglich Durchschnittsleistungen abzuhaken. Hauptdarsteller Sal Ponti ist (trotz gewaltiger Pomadentolle) zu unscheinbar in der Rolle des Fischerjungen der zur Revolution aufruft. William Smith (’Conan - Der Barbar’) hat in der Rolle des Hauptmanns der Wache kaum etwas zu tun, das ihn sein vorhandenes Talent unter Beweis stellen ließe und John Dall (’Spartacus’) kauft man den Fiesling vielleicht ab, wenn er das Grinsen einstellt und noch zwei Denare drauf legt.
Thematisch werden Politik, Dekadenz und Wissenschaft dem Abenteuer-Plot beigemischt, wobei ein Subplot das Verwandeln von Menschen in Tiere behandelt, was in einigen absurden Monstrositäten resultiert (die u.a. Hörner tragen, welche aussehen als hätte man Weißwürste in Pariser gestopft).
Die Action bringt uns einen Arenenkampf gegen einen dicken Gladiatoren, ein paar urige Lasersalven aus der Superwaffe des Schurken und einige Palastbröckeleien zum Finale, das mit jeder Menge Archivmaterial von der Zerstörung Roms aus dem Klassiker ’Quo Vadis’ gestreckt wurde. Pointiert wird die herrlich käsige Effekt-Orgie von einem Shot, in dem ein Mensch durch Laserstrahlen in ein Skelett verwandelt wird, das selbstverständlich aus dem Anschauungsmaterial einer Arztpraxis stammt und mit abnehmbarer Schädeldecke grüßt.

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Fazit: Ein kleines Fest für Freunde des bunten Treibens altgriechischer Toga-Wemser, Fans von Lichtblitz-Artillerie und Liebhaber witzig getrickster Untergangsszenarien. Und wenn die Darstellerriege sich ein bisschen mehr ins Zeug gelegt hätte, würde hier sogar die allgemeine Empfehlung winken.


Hudson