Asylum of Satan - FilmFlausen.de
                          




Asylum of Satan


‘Love Slaves Of Satan Tortured To Blood-Dripping Death’


Originaltitel: Asylum of Satan (1975) Regie: William Girdler
Drehbuch: William Girdler & Patrick J. Kelly
Darsteller: Charles Kissinger, Nick Jolley, Carla Borelli FSK: unbekannt


“The last thing I remember was… was falling asleep at General Hospital.“ *
“Letz nat wörrie ebaut set, mei dia. Doktor Schpekter will eksplän it oll for ju.“
“Dr. Spectre?“
“Juhl miet him läta.“
“But who’s Doctor Spectre?“

Dr. Spectre, der Arzt mit dem vertrauenswürdigen Namen, ist Leiter des Pleasent Hill Asylums, einer Anstalt für… nun, sagen wir für spezielle Treatments, die möglicherweise zur Heilung oder auch in den Keller führen können.
Hier erwacht eines Tages die junge Lucina und weiß gar nicht wie ihr geschieht. In der Kantine sitzen neben ein paar netten behinderten Ladies nur ein Haufen Gestalten in weißen Kapuzenkutten. Grund genug, um stutzig zu werden. Während Lucina versucht, das eigenartige Personal der Anstalt (neben Dr. Spectre ist da auch noch die seltsam maskulin anmutende Oberschwester mit dem starken Akzent aus dem Zitat weiter oben) nach den Gründen ihres Aufenthalts zu befragen, kurvt ihr Verlobter durch die Weltgeschichte, um seine Schnecke mithilfe der Autoritäten aus dem Irrenhaus zu befreien. Keine leichte Aufgabe, bedenkt man, dass im Keller der Anstalt Satan selbst auf seine Opfer wartet…

Das Haus das Verrückte macht

“Ju mast spiek ohnli, wenn ahskt tu du so. Dr. Schpekter is eh grät män, bat nat eh wiek won. Sis haspittel is anda strikt ruhls. Se disohbiedienz of sis ruhls will bie dellt wis sewirlie.“

’Asylum of Satan’ ist das Regiedebüt des Genre-Zampano William Girdler und im Vergleich zu dessen späteren Streifen (etwa dem ’Excorzist’-RipOff ’Abby’ und dem ’Jaws’-Nachklapp ’Grizzly’) ein beinahe origineller Versuch, Horror in die Autokinos der frühen Siebziger zu bringen. Zwar lassen sich Anleihen bei ’Rosemaries Baby’ nicht verbergen, doch die amüsant, fragwürdige Haltung gegenüber körperlich beeinträchtigten Damen (sie werden alle auf absurde Art und Weise ums Leben gebracht) und der Umstand, dass Doktor Spectre über Nacht sein gesamtes Anwesen umdekoriert und sich als zauseliger Gärtner verkleidet, nur um einen ermittelnden Kommissar zu foppen, dürfen das Siegel ’albern apart’ für sich beanspruchen.
Im Gegensatz zu ’Abby’, ’Grizzly’ und ’Der Manitou’ war ’Asylum of Satan’ selbst zu seiner Zeit kein beachtlicher Kassenerfolg, für den Regisseur jedoch eine erste Lehrstunde in Sachen Genre-Firlefanz. Ich gebe zu, ich habe eine Schwäche für die Optik dieser alten 70er-Jahre Exploitation-Heuler. Scheitelfrisuren, Schnurrbärte, breite Kragen, gewaltige Krawatten, grobkörniges, mattes Bild, ein Hauch Funk; schon fängt der innere Flauskopp an zu grinsen. Und die Tapete in Lucinas Zimmer hatte meine Oma auch an der Wand.
Als Qualitätsmaßstab kann das niemals herhalten, zumal die Macher den Film zunächst lediglich durch triefige Dialoge vorantreiben. Die obligatorische Liebesmontage darf später genau so wenig fehlen, wie käsige Close Ups auf den finster herbei schlurfenden (und rot angeleuchteten) Bösewicht, ein Kuckloch im Wandschrank für sleazige Momente, dämonisch wippende Schaukelstühle, grabbelnde Grützfressen, Gummispinnen aus der Klimaanlage, Schlangen im Swimming Pool und ominöse Orgelmusik. Eben all die guten Elemente von Siebziger Jahre Vintage Horror aus dem Drive In.

Wenn Ihr versteht, wie der Hudson meint...

Wer sich Trashfan schimpft und bei den letzten Begriffen dieser Aufzählung aus dem Halbschlaf gerüttelt wurde, der habe Obacht. Skurrile Schauwerte und schnarchiges Füllmaterial halten sich genau so wenig die Waage, wie die Attraktivität der beiden Protagonisten:

Sonny & Cher anyone?

Unbelehrbare sollten William Girdlers Debüt jedoch schon allein wegen des grotesken Finales eine Chance geben… und wegen der Tatsache, dass wann immer Polizeiwagen des Nachts mit Blaulicht herbeigerast kommen, ein funky Tune gespielt wird. Egal ob’s jetzt thematisch passt oder nicht. Genau die Art von konsequenter Methode, die man heutzutage fast nirgendwo mehr findet.



* Das mag eine dumme Frage sein, aber… ist damit jetzt das städtische Krankenhaus oder die US-amerikanische Soap Opera gemeint?


Hudson