Ascalon, das Zauberschwert - FilmFlausen.de
                          




Ascalon, das Zauberschwert


‘SEE the Green Fire Demons! SEE the 25-Foot Tall Ogre!
SEE the Beautiful Vampire Woman!
SEE the Boiling Crater of Death!’


Originaltitel: The Magic Sword (1962) Regie: Bert I. Gordon
Drehbuch: Bert I. Gordon & Bernard C. Schoenfeld
Darsteller: Basil Rathbone, Estelle Winwood, Gary Lockwood FSK: unbekannt


Welcome to the Toga Party!

Es war ein Mal im Reiche Engeland: Der arglistige Zauberer Lodac, erbost über den König, weil dieser einst seine Schwester wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen ankokelte, entführt die schöne Prinzessin Helene und will sie binnen sieben Tagen seinem hungrigen Haustier-Drachen als Hauptgang vorsetzen. Also muss ein Held her, um das Herzchen zu retten.
Sir Branton, ein edler Zopf vom Hofe des Königs, bietet sich ritterlich an. Aber auch George, ein netter Knappe aus der Nachbarschaft (genauer gesagt aus einer Höhle unter einer Kellertür (!) im Wald, wo die alte Zauberin Sybil mit einem Schimpansen und einem synchronsprechenden Doppelkopf-Koch haust), ist an der Rettung der hübschen Dame interessiert.

Sie sind EU-Ritter und ihnen geht's gut
Sie saufen Bier aus 'nem Eisenhut!
Obwohl Sybil dagegen ist (da schon ihre Cousins dritten Grades von Lodac und seinem Drachen verpulvert wurden), begibt sich George mit dem Zauberschwert Ascalon und sechs von Sybil entsandten Rittern (Sir Dennis aus Frankreich, Sir Ulrich aus Deutschland, Sir Pedro aus Spanien, Sir Patrick aus Irland, Sir Anthony aus Italien und Sir James aus Schottland) zum Königshofe. Kurz and höflich vorgestellt, nimmt der King die Dienste der Sieben an. Nur Sir Branton ist erbost, da George ebenso auf das Händchen vom Prinzesschen aus ist, wie er selbst. Lordchen Branton gar nicht dumm, weiß um das Geheimnis der sieben Flüche Lodacs. Das rechnet sich prima: ’Der Schorsch, plus seine sechs Euro-Knights, macht sieben Mann, für sieben Flüche. Bleibt einer über und das bin ich.’
Auf, auf, in ein Abenteuer voller Riesen, Sümpfe, Hexen, Fallen, Drachen, Tücken und Budget-Lücken!

Mon(ster)chichi
’The Magic Sword’ ist ein ganz klassisches Fantasy-Abenteuer von Old School Trash Regie-Knoten Bert I. Gordon (’Die Insel der Ungeheuer’), der auch die Story schrieb und für die spaßhaft unterpriviligierten Effekte mitverantwortlich war.
Ein sichtlich gealterter Basil Rathbone gibt sich ebenso sichtlich Mühe, den gemeinen, hinterlistigen Zauberer adäquat, also gemein und hinterlistig wirken zu lassen (inklusive Diven-Turban und XXL-Ohrschmuck). Als Knappe ’George’ ist Gary Lockwood zu sehen, der später in Kubricks ’Odysee 2001’ herumschwebete und noch viel später in ’1994 - Nur die Stärksten überleben’ die Endzeit unsicher machte. Was ’ne Karriere!
In Nebenrollen findet der aufmerksame Genre-Fan hier übrigens eine ’Frère Jacque’ singende Maila ’Vampira’ Nurmi, die sich in eine widerliche Warzenhexe verwandelt und Richard ’Beißer’ Kiel als Conehead, irgendwo zwischen einer aus allen Sagen und Märchen zusammengeklaubten Story, Requisiten aus der Abteilung ’dampfendes Sumpfset meets Pappmaché-Höhlen voller Neongeister’, einem schlecht beleuchteten Wuschel-Oger und ähnlichem Fantasyhokuspokus, inklusive eines atemberaubenden Finales in Form eines Drachenkampfes.

Flames, Dames & Dragons

Fantasy-Fans aufgemerkt! Wenn ihr nix gegen Märchen-Kitsch, preiswerte Tricks und jede Menge albernen Einfallsreichtum aus der alten Schule Hollywoods einzuwenden habt, seid ihr hier genau richtig. ’Ascalon’ ist fesch, kurzweilig, vielleicht ein bissel angestaubt, aber vor allem schöööön bunt!


Hudson