Anthony II - Die Bestie kehrt zurück - FilmFlausen.de
                          




Anthony II - Die Bestie kehrt zurück


‘Enter if you will - Leave if you can!’


Originaltitel: The Cellar (1989) Regie: Kevin Tenney
Drehbuch: David Henry Keller, John Woodward & Darryl Wimberley
Darsteller: Patrick Kilpatrick, Chris Miller, Suzanne Savoy FSK: 18


Achtziger Jahre-Horror. Das kann einiges bedeuten: Slasher oder Monster. Mutanten oder Zombies. Gut oder schlecht. Meistens schlecht. Noch schlimmer: Langweilig.

Diese Richtung wird leider auch von den Machern dieser Schauermär Marke ’Evil Indian Spirit Goes Bonkers’ mit dem Originaltitel ’The Cellar’ eingeschlagen.
Die Story dreht (oder eiert) sich um den kleinen Willy, der nach einem Jahr Abwesenheit endlich im Landhaus seines Vaters und dessen neuer Frau aufschlägt, zur Feier des Tages gleich mal einen heiligen Speer achtlos aus dem Boden zieht und somit den übel gelaunten Geist des lokalen Comanchen-Klabautermannes erweckt. Tja, so was kommt von so was. Im Ernst, warum steckt so ein bedeutender Speer auch einfach neben dem Hühnerstall im Dreck und wird nicht von indianischen Bodyguards, Schamanen oder einem Wendigo bewacht? Egal, jedenfalls nistet sich El Espiritu del Comancho unverzüglich im Keller der Familie ein, nimmt die Form eines kruden Trashmonsters an, treibt einen Keil zwischen das heimelige Familienidyll und versetzt bald die gesamte Nachbarschaft in Angst und Schrecken…

Familienduell: Papa, Mama, Kind...

Nein, ’Anthony 2’ hat nichts mit dem Backwoods-Labor-Schocker ’Anthony’ zu tun (und auch nichts mit ’Anthony 3’, wenn wir schon dabei sind) und warum hier überhaupt voneinander unabhängige Filme vom deutschen Verleiher zu einer Franchise zusammengekoppelt wurden, ist eines dieser Mysterien der Achtziger Jahre Videokultur. Regisseur Kevin Tenney, der uns schon Horror-Epen wie ’Night of the Demons’, ’Witchboard’, ’Witchtrap’ und ’Witchbored’ auf die Schirme schleuste, vermischt hier indianischen Budenzauber, Glibber aus dem Obschtkeller, unsympathische Charaktere, den Monsterhund aus dem Kühlschrank der ’Ghostbusters’ und zermürbende Dialog-Exzesse zwischen Nervbratze Chris Miller (der zwar nach ’The Cellar’ nie wieder in einem Film mitgespielt hat, dafür aber eine grandiose Karriere als Sprecher in den ’Shrek’ und ’Madagaskar’-Filmen vorweisen kann) und seinem Vater Patrick Kilpatrick (ist das ’ne Aufforderung?) zu einer zähen Paste, die nur während des monströsen Finales ansatzweise unterhält und drumherum an aufgesetzt plumpen Zwischenmenschlichkeiten erstickt.

...und Zombie-Wauwau.

Ja, der weiße Mann war schon immer ein ignorantes Arschloch, ist es laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen immer noch und hat’s wahrscheinlich nicht besser verdient, als mit solchen Abhandlungen der unterirdisch langweiligen Genre-Art darüber in Kenntnis gesetzt zu werden. Vielleicht entsinnen wir uns aber auch einfach, dass die Comanchen bei Winnetou auch ganz schön über die Stränge geschlagen haben, rauchen alle eine Friedenspfeife, begraben das Kriegsbeil und ’Anthony 2’ gleich mit.


Hudson