Anthony - FilmFlausen.de
                          




Anthony


‘Anthony isn't your typical bottle baby...’


Originaltitel: The Kindred (1987) Regie: Stephen Carpenter & Jeffrey Obrow
Drehbuch: Stephen Carpenter, Jeffrey Obrow, John Penney, Earl Ghaffari & Joseph Stefano Darsteller: David Allen Brooks, Rod Steiger, Amanda Pays FSK: 18


'Mad Scientist at work Pictures' proudly presents:

Zu Lebzeiten war Amanda Hollins (Kim Hunter) eine brillante Wissenschaftlerin, die sich dummerweise mit dem irren Doktor Lloyd (Rod Steiger) einließ, der mit ihrer Hilfe abartige Experimente in Heimarbeit durchführte, welche die Grenze aller guten Absichten sprengten. Dem letzten Willen seiner Mutter entsprechend, will John Hollins das jüngste Experiment der verstorbenen Wissenschaftlerin in deren abgelegener Heimstätte ad acta legen und alle übrig gebliebenen Notizen, Proben und Gerätschaften zerstören. Mit seiner College-Mischpoke im Haus angekommen, macht sich John an die Arbeit, stößt jedoch bald auf erschreckende Anzeichen eines Wesens namens Anthony, von dem seine Mutter kurz vor ihrem Tode behauptete, dass es sich dabei um seinen eigenen Bruder handelt. Als er sich in die Forschungsergebnisse seiner alten Dame und die Keller-Etage des Hauses vertieft, gerät John in einen Strudel aus glibbrigem Hybrid-Horror und Rod Steigers Overacting. Dabei sollte er doch eigentlich nur die Butze aufräumen…

Und jetzt ALLE: "Ich habe eine Wassermelone getragen!"

Mad Scientist-Mutantenmatsch, die 132. Glaubt mir, ich habe mitgezählt.
Der größte Fehler von Regie/Autoren-Duo Jeff Obrow und Stephen Carpenter ist es, diese im Kern halbstündige ’Tales from the Crypt’-Episode zu einem 90 Minuten-Streifen aufzuplustern. Bis im letzten Drittel endlich die wilde Lurch-Luzi mit all ihren saftigen Effekt-Spielereien abgeht, hat der widerspenstige Laber-Rhabarber das dramatische Element schon komplett eingewuchert.
Unsinnig ist auch, dass nach dem was hier mit viel FX-Tamtam und kübelweise Kunstgekröse eigentlich gut und gerne als Finale hätte verkauft werden können, noch einmal fünf Minuten Zusatzgeschlabber mit obligatorischer Superexplosion hinten dran gepappt wurde. Sowas muss doch nicht sein, liebe Filmschaffende. Immer diese Explosionen. Da kann man doch auch mal eine Stepp-Nummer zwischenschieben oder ein Kätzchen vom Baum hohen lassen. Die Darsteller-Riege wäre kaum einer Erwähnung wert, wenn nicht zwei Oscar-Gewinner ihre Reihen auffüllen würden. Kim Hunter, die Jahre zuvor mit Charlton Heston auf dem ’Planet der Affen’ herumlief, bot sich für einen Kurz“auftritt“ (sie liegt eigentlich nur) feil und was auch immer Rod Steiger (’Mars Attacks’) in diesem Film verloren hat… ich hoffe er hat’s gefunden.

Bowle-Exzesse und ihre Folgen!

Fazit: Anette Finale Halbestunde trifft Too Long Bisdahin zu einem Horror-Kränzchen für Effekt-Freaks, die jeder Monster-Glotterei auf den (Sch)Leim gehen. Kann man mal sehen, kann man aber auch vom Deppen seiner Wahl sehen, und davon abraten lassen. Hab ich doch gern gemacht.


PS: Fünf Autoren also. Na, vielleicht hat einer getippt und die anderen vier das Farbband durchgezogen.

Hudson