Anaconda - Offspring - FilmFlausen.de
                          




Anaconda - Offspring


‘They Can Taste Your Fear’


Originaltitel: Anaconda III (2008) Regie: Don E. FauntLeRoy
Drehbuch: Nicholas Davidoff & David C. Olson
Darsteller: David Hasselhoff, Crystal Allen, John Rhys-Davies FSK: 18


Anaconda 3! Echt jetzt?

"Aspisvipern?"
Tatsächlich: Aus dem Sud der Blutorchideen (siehe Teil 2) lässt der industrielle ’Mad Scientist’-Brötchengeber Murdoch (John Rhys Davies) ein Serum extrahieren, mit welchem er zwei ohnehin schon gewaltigen Anakondas, die er im Keller seines Superlabors in Panzerglas-Schaukästen hält, die Venen spült (hey, vergebt ihm, er hat den zweiten Teil offensichtlich nicht gesehen!). Sein eigentliches Ziel ist die Gewinnung eines Heilmittels gegen Krebs, dem er selbst bald zu erliegen droht. Eigentlich der nobelste aller Gründe schlechthin, so einen ’genetisch manipulierte Killerschlangen’-Stunt durchzuziehen. Doch jetzt passiert etwas, mit dem jeder Zuschauer eines solchen Filmes zu rechnen hat: Die Schlangen entkommen ihrem gigantischen Terrarium (nein, kein Panzerglas hält eine wütende, genmanipulierte Anakonda auf) und paaren sich in freier Wildbahn, unweit einer großen Stadt.
Söldner und Schlangenjäger (und Ex-Rettungsschwimmer) Hammett (David Hasselhoff), wird herbeigepfiffen, um das Schlimmste abzuwenden: Eine Schlangokalypse in unmittelbarer Nähe der Zivilisation…

Nein, Scheunenschlangen!

Was macht man, wenn man eine angebrochene Filmreihe hat, für die sich weder das Kinopublikum, noch die Major Studios und auch kein Verleiher mehr interessieren?
Man wendet sich an den ‘Sci Fi Channel’ (neuerdings ’SyFy’ ... oh, gimme a break!), die Endstation für tote Genre-Franchises, aus denen noch das letzte Kommerzblut vor der totalen Kreativ-Gerinnung gesaugt wird und dem zahlenden Fernsehpublikum als aufbereitete Trash-Masse vor dem Einschlafen kredenzt wird.
Dass das Budget unter diesen Umständen in den Keller sinkt, versteht sich von selbst. Dementsprechend wurde auch das Casting angepasst.
Während ‘Anaconda’ noch mit Jenny from the Block und Crazy Motherfucker Ice Cube aufwarten konnte, gibt’s bei ‘Anacondas 3’ nur noch David Hasselhoff.

"Kuck nich so, Alde. Wenn Rhys
Davies darf, darf ich auch!"
Okay, es ist unnötig an dieser Stelle den obligatorischen ’Haha! David Hasselhoff spielt mit!’-Witz zu reißen, schließlich hat der Mann in seinem Leben schon genug Demütigung ertragen müssen und als Besitzer der ’Looking for Freedom’-MC (Musik Cassette, liebe Kinder) fühle ich mich fast verpflichtet, dem Hoff den Rücken zu decken. Was das schauspielende Personal angeht, ist Hasselhoff bei 'Anaconda 3’ tatsächlich die Referenz. Sein zwielichtiger Macho verleiht dem Film wenigstens einen Hauch von Persönlichkeit, während der Rest der Cast sich durch poltrige Dialoge eiert (“There are thous… no … millions of lifes at stake here!“).
Drum herum wurde ein billiges, mit üblen Klischees durchsetztes Tierhorror-Filmchen gesponnen, dass neben einigen halbwegs brauchbaren Hatz-Sequenzen vornehmlich mit einem auffällig aufgedrehten Gewaltgrad daherkommt.
Die mehr als dürftig animierte CGI-Anakonda attackiert, würgt, beißt und spießt ihre Opfer sogar mit dem Schwanz auf, als wär sie die Alien Queen persönlich. Das Ganze resultiert in einigen suppigen Gore-Momenten. Selbst wenn David Hasselhoff einen Berufsschläger zusammendrischt, endet dieser als stark blutende Masse auf dem Asphalt

“I intend to get a nice pair of anaconda snake skin boots at the morning!“

Einer geht noch.

Als solides, geschweige denn herausragendes Genre-Entertainment qualifiziert sich ’Anaconda 3’ trotzdem nicht. Rennereien durch Labore, den Laubwald und glibberige Tunnel, Dauergeballer auf mies digitalisiertes Schlangenfleisch, akzentuiert durch einen Eimer voll Gekröse ist alles, was gestandene Tierhorror-Torreros hier erwartet. Ein befriedigendes Ende fehlt dem Film übrigens auch. Aber das war geplant. Schließlich wird selbst Trash heutzutage ’back-to-back’ gedreht. Coming Soon: ’Anaconda 4 - Trail of Blood’


Hudson