American Monster - FilmFlausen.de
                          




American Monster


‘It's name is Quetzalcoatl... just call it Q, that's all you'll have time to say before it tears you apart!’


Originaltitel: Q (1982) Regie & Drehbuch: Larry Cohen
Darsteller: Michael Moriarty, David Carradine, Richard Roundtree FSK: 16


Det. Shepard (David Carradine, ’Kill Bill’) und Sgt. Powell (Richard ‘Shaft’ Roundtree) sind mysteriösen Mordfällen in New York City auf der Spur (Fensterputzer ohne Kopf, Hotelgast ohne Haut), kommen aber mit ihren Ermittlungen nicht weiter (“Vielleicht war sein Kopf einfach zu schwer und ist runtergefallen. Was willst du eigentlich von mir?“).

Ohren zu und durch!
Derweil versaubeutelt Kleinganove Jimmy Quinn (Michael Moriarty, ’Troll’) einen Diamantenraub und stößt bei der Flucht, unter dem Dach eines Hochhauses, auf ein unheimliches, großes Nest, mitsamt Riesen-Ei und menschlichen Skeletten. Als dann auch noch Blut und Körperteile vom Himmel fallen, ein riesiger Schatten durch die Häuserschluchten der Stadt zieht und die beiden Cops immer mehr Opfer ritueller Morde finden, verdichten sich die Vermutungen. Die südamerikanische Gottheit ’Quetzacoatl’ wurde von fanatischen Anhängern eines Atzteken-Kultes in Form einer fliegenden Schlange beschworen, welche nun den Himmel und die Dächer der Stadt unsicher macht. Als Quinn von den Cops schließlich geschnappt wird, holt er sein letztes Ass aus dem Ärmel: Das Versteck des Monsters gegen seine Freiheit!

“Ich kann es noch nicht einmal aussprechen: Quetzacoatl.“
“Ja, Gott ist ein viel einfacheres Wort.“

’American Monster’ ist ein gelungenes B-Movie, das Elemente aus Krimi und Monsterfilm mischt. Larry Cohen (B-Film Mastermind und Kopf hinter absurden Horror wie ’The Stuff’ oder der ’Wiege des Bösen’, sowie Drehbuchautor der Telefon-Thriller ’Nicht auflegen!’ und ’Final Call’) nahm sich nach einem geplatzten Arrangement spontan des reichlich abwegigen Themas an und schuf einen durchaus unterhaltsamen Film, der zwar seine Macken in der Dramaturgie hat, aber vor allem Genre-Fans gefallen dürfte.

Jimmy hat den Blues...
Es ist aber eher
ein 'Grelles Blau'!
Besonders positiv (und eher untypisch für einen Film dieser Machart) fallen hier die darstellerischen Leistungen auf. David ’Kung Fu’ Carradine gefällt in einer seiner sympathischen Rollen, als nonchalanter Bulle mit feschen Sprüchen (am Nest mit dem Ei: “Schickt irgendeinen 100 Kilo Speck besorgen, dann gibt’s Rührei zum Frühstück.“).
Highlight der Besetzung ist fraglos Cohen-Spezi Michael Moriarty als hysterischer Ex-Junkie. Egal ob er redet, läuft, klavierspielend Lieder singt, randaliert oder einfach nur in die Gegend glotzt, ihm zuzuschauen ist ein Vergnügen.
Optisch kann ’Q-The Winged Serpent’ mit gelungene Luftaufnahmen von New York City punkten und auch wenn man dem Monster (das dem Zuschauer in den ersten 40 Minuten gekonnt vorenthalten wird) die Knet-Herkunft ansieht, ist es anständig modelliert und dank Stop Motion gut animiert. Mit dem roten Lebenssaft und abgetrennten Körperteilen wird für eine 16er Freigabe auch nicht gerade sparsam umgegangen.

'Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund!'

’American Monster’ mag nicht der beste Monster-Horror-Film aller Zeiten oder auch nur der 80er Jahre sein (nicht mal im B-Bereich, wenn wir schon dabei sind), hat aber urige Darsteller, ein grantiges Monster, ein herrlich unikales Feeling und genug originelle und spannende Ideen, um für 90 unterhaltsame Minuten zu sorgen.

Hudson