American Killer - FilmFlausen.de
                          




American Killer


‘Sis, Boom, Blood. You're Dead!’


Originaltitel: The Majorettes (1986)
Regie: S. William Hinzman Drehbuch: John A. Russo
Darsteller: Kevin Kindlin, Terrie Godfrey, Mark V. Jevicky FSK: 18


American Killer. Denkt mal drüber nach.

Während ihr das tut, schlonz ich euch erst einmal die Inhaltsangabe hin.
Der Film beginnt, wie es uns das Backcover verspricht: “High School Girls – Sie sind aufregend, sexy und verführerisch. Man kann die Augen nicht von ihnen lassen.“

Cheerio!

Grünau. Arschwackelnde Teenie-Girls (gespielt von 20-jährigen Möchtegernmodels die allesamt aussehen wie die große Schwester aus ’ALF’) geben dem Zuschauer zuerst einmal eine müde Cheerleader-Nummer, nur um danach flugs in die Umkleide zu hüpfen und sich auszuziehen. Nicht die Augen von ihnen lassen kann vor allem der nerdige Schulhof-Spasti Harry Schuler, der sie heimlich aus seinem Versteck im Zwischenboden fotografiert.
Ist er der Killer?
Moment mal, welcher Killer? Ist doch noch keiner gestorben.
Ja, ich meint ja nur, wegen des Titels!
Nee, immer mit der Ruhe.
Erst einmal müssen Dialoge gewälzt, Beziehungen geklärt und ein paar Charaktere vorgestellt werden. Da sind viele Kids mit großen Träumen, üble Punks mit Lederjacken und scharfen Mützen, eine mörderische Krankenschwester und ihre gelähmte Pflege-Omi. Und natürlich gibt es auch den obligatorischen Bullen, diesmal ein ’Thomas Magnum’-Lichtdouble in blond. Nennen wir ihn Wooly S. McChest (das S steht für ’Schnurre’). Wooly ist natürlich nicht umsonst vor Ort, denn bald schlägt er zu!
Wer?
Na der Killer, der in einem Camouflage-Anzug daher kommt und mit dem Küchenmesser Teenies tilgt. Camou-Suit? Da klingeln bei Ninja-Fans die Glocken!


Schön wär's...


Aber nein, es ist nicht Richard Harrison!

Das Beste an ’American Killer’ ist das VHS-Cover, das sowohl ’cool’ ausschaut, als auch lachhaft schlecht durchdacht ist (schaut mal genau, wer im Auto sitzt!)

Genau, niemand.

Die entsprechende Szene im Film ist ähnlich plemplem. Da steigt der Killer einem knutschenden Pärchen auf’s Dach (im Film ist der Wagen nämlich besetzt) und schlitzt in aller Seelenruhe das Softtop von der Karre auf, während die beiden ihm von unten ganz kommod dabei zuschauen.

80er Sandwich
Immer wenn der Killer zuschlägt ertönen vorher Geräusche, wie sie ein Pelikan beim Balzen von sich gibt (hab ich mal in einer Doku gesehn). Manchmal grunzt er auch ganz fürchterlich, zum Beispiel als er einer jungen Dame am Beckenrand in der Schwimmhalle die Kehle durchschneidet. Warum er grunzt und warum das Mädel nicht einfach wegschwimmt (das Grunzen war ja nicht zu überhören) weiß ich nicht. Da die deutsche Version stark gekürzt war, gehe ich von fatalen Handlungsschnitten aus, die uns vorenthalten, dass der Killer ein Schweinewesen vom Planet der Vögel ist. Wenn jemand die Uncut-Fassung hat, würde ich mich über eine Benachrichtigung freuen.
Als ich ’American Killer’ nach einer dreiviertel Stunde dann innerlich schon aufgegeben hatte, passierte das unglaubliche.

Gleich platzt die Hose!
Der Killer wurde enttarnt, zweckentfremdet (jedes weitere Wort wäre ein Spoiler) und der ganze Film verwandelte sich plötzlich vom Slasher in einen Backwood-Rache-Actioner. So komplett mit Oberkörper frei duch den Wald ballern und alles vollbluten. Heidenei, damit hätte sicher keiner mehr gerechnet, auch wenn es den Film nicht rettet. War aber immerhin amüsant genug, um doch noch dranzubleiben.
Fürchterlicher Eighties-Pop-Score, eine Darstellerschaft bestehend aus knödeligen Gesichtsverziehern, ein bissel Blut, ein bissel Action und wär auch ein bissel mehr Spannung und ein originellerer Killer dabei gewesen, dann hätt ich ’The Majorettes’ (Originaltitel) Slasher-Fans empfehlen können. So ist’s und bleibt’s ein Fall für die Resterampe.


Hudson