America 3000 - FilmFlausen.de
                          




America 3000



Originaltitel: America 3000 (1986) Regie & Drehbuch: David Engelbach
Darsteller: Chuck Wagner, Laurene Landon, William Wallace FSK: ungeprüft


“Nine hundred years after the Great Nuke. The world man created, he destroyed. Out of the darkness and ignorance of the radioactive rubble emerged a new order…”

Herzlich willkommen zu einem weiteren Exemplar des beim Endzeit-Genre beliebten Prologgelabers, das freundlicherweise ohne Umschweife mit folgender Ergänzung zum Punkt kommt:

“..and the world was woggos.” (in old speak that means – Crazy!)

Endzeit also. Es herrschen schlechte Frisuren & schrille 80s-Rockgitarren. Ein Voice-Over gibt dann die tragische Zukunft der Menschheit wieder. Tragisch vor allem für uns Männer, denn in 900 Jahren haben wir den Knüppel im Sack und die Frauen das Sagen.

Ganz Recht, Freunde: Die Maternokalypse ist angebrochen...

...und wir XY-Chromies haben das Maul zu halten und zu schuften. Zu dem Zweck unterteilt die längst nicht mehr holde Weiblichkeit das ehemals starke Geschlecht in Machos und Befruchter. Machos müssen’s Maul halten und malochen gehen. Befruchter müssens’s Maul halten und… befruchten. Ab und zu zieht ein Schwadron berittener Damen (und damit meine ich Frauen auf Pferden) sogar raus in die Prärie, um zottelige Freigänger zu schnappen, als wären sie die Bösewichter aus einem klassischen Barbarenfilm.
Das lassen sich natürlich nicht alle Kerle gefallen, zum Beispiel unsere Protagonisten Korvis und Gruss, die den wilden Weibern als Jungs ausbüchsen konnten. Seither versuchen sie den Amazonen ihre Gefangenen streitig zu machen und das Gleichgewicht der Geschlechter wieder herzustellen. Naja… im übertragenen Sinne jedenfalls. Denn der durchschnittliche Intelligenzquotient liegt nicht viel höher als der Wasserstand in der Wüste. Doch als Korvis vom Pfeil getroffen in eine Schlucht plumpst und dort den alten Bunker des Präsidenten mitsamt Survival-Ausrüstung findet, erinnert er sich an einen Trick, der schon bei Marty McFly funktioniert hat…

Jaha, die alte ’Darth Vader vom Planeten Vulcan’-Nummer!

Kinder, Kinder, Kinder wo ist nur die Zeit hin? Und wenn wir schon dabei sind: Wo sind die ganzen Haare hin?

Ich meine solche Frisuren…

…die lösen sich doch nicht einfach in Luft auf. Dafür müssen Regierungen doch extra Mülldeponien im All buchen, oder den Marianengraben, oder schwarze Löcher bauen. Aber zurück zum Thema und eurer sicher aufkeimenden Frage: Neppt der Typ echt alle mit einem güldenen Schutzanzug und einem Ghettoblaster? Ja, tut er.
Leute, die Cannon Group war wieder am Hebel und hat einen weiteren Genre-Brocken der besonderen Art ausgeworfen. Ein Film voller Staub, schriller Rockmucke, zurückgebliebener Protagonisten, Fights for the Glory of thy Gender und mit einer eigenen Sprache, die Vokabeln der Sorte ’Tiara’ (weibliche Version von Macker… öh ’Macke’?), ’Woggos’ (Verrückte), ’Pulgart’ (Zottel-Asi) zum Vorschein bringt.
Und auch, wenn ich es fast nicht wage zu erwähnen, aber es gibt tatsächlich auch ein Wesen namens ’Aaargh the Awful’.

Ja, Aaargh the Awful!

Aaargh ist ein zotteliges Fellmonster mit Glatze, quasi der Gulfax der Post-Apokalypse, und dient zunächst den Frauen als Sparring-Partner für Übungskämpfe und als Alarmanlage, schlägt sich später aber auf die Seite der Männer und unterstützt diese tatktäftig während der finalen Schlacht. Bei der geht’s dann auch so richtig ab. Frauen gegen Männer. Full on war, Freunde. Ich rede von ACTION und zwar nicht zu knapp.
Dass der ganze Film bei all dem Krawumms und Kasperle-Theater absoluten keinen Sinn macht und die Intelligenz verlaufener Zuschauer mit etwaigem Anspruch beleidigt, steht außer Frage. Mit Anspruch und Intelligenz hat ’America 3000’ halt soviel zu tun, wie die Achtziger mit Geschmackssicherheit. Lebt damit oder lasst es sein.

“Maybe there was something that men and women could do with each other, besides fighting an nuking. I was gonna find out!”

Aber erstmal spiel ich Skeletor bissel Sprayrock vor, les' mir die
Laser-Bedienanleitung durch und schnüffel an der Nylon-Robe.

Fazit: Um es mit den Worten von Aargh the Awful zu sagen: “Aaaaaargh!“
’Aaargh-Der Film’ also. Für Trash-Fritzen unabdingbar. Für alle anderen einfach nur un-.


Hudson