Alien Transformations - FilmFlausen.de
                          




Alien Transformations


‘Lust in space.’


Originaltitel: Transformations (1989)
Regie: Jay Kamen Drehbuch: Mitch Brian
Darsteller: Rex Smith, Lisa Langlois, Patrick Macnee FSK: 18


Bei diesem Cover kann man eigentlich nix falsch machen, dachte ich. Und das dachte ich schon anno 1996, als ich zum ersten mal (offiziell) in die 18er Abteilung meiner Videothek stapfte und mir das Teil trotzdem nicht auslieh. Da waren wohl meine Geschmacksnerven noch nicht so ausgeleiert, sondern sensibel auf Schrott eingestellt (man konsumierte ja fast nur Hollywood). Wenn ich heutzutage ein Video vor seiner Vernichtung, Vergessenheit oder der gnadenlosen Verhökerung durch nostalgische Abzocker retten kann, nutze ich die Gelegenheit. ’Alien Transformations’ ist ein guter Beweis dafür, dass auch meine Güte Grenzen kennen sollte und dass ich (und vor allem ihr, wenn ihr’s gleich wissen wollt) manche Sachen einfach im Regal stehen lassen sollte.

“Oh, Baby... ich, ähm
ruf dich an, okay!“
Durch den Weltraum schippert das einsame Geburtstagskind Wolf, der nach den Glückwünschen per Videobotschaft im Traum von einem Incubus besucht und sexuell befriedigt wird. Der Incubus hinterlässt jedoch einen widerlichen Krankheitserreger in Wolfs Leib, so dass dieser sich dem Titel gerecht in etwas anderes verwandelt. Festgehalten im Lazarett einer Gefängnis-Station, unter Bewachung des strengen Chief Calihan, untersucht von der netten Ärztin Miranda, bepredigt von Vater Christopher und beobachtet von drei Halunken, hat Wolf nichts besseres zu tun, als durch die Betten der Stations-Huren zu brettern, frei nach dem Motto: ’Wenn schon, denn schon!’ Wir ahnen bereits: Das wird böööse enden!

“Du spielst hier ein gefährliches Spiel!“
“Wir spielen alle ein Spiel.“
“Das ist kein Spiel!“

Wenn bei einer Charles Band Produktion sogar dessen Name nicht in den Credits auftaucht, ist das bestimmt kein gutes Zeichen. Machen wir keine große Sache draus (wahrscheinlich wird sich sowieso keiner in dieses Review verirren); der Film ist unfassbar lahm und hat weder etwas mit dem Video-Cover, noch mit dem Klappentext zu tun (Gefängnisschiff in dem weibliche Sklaven gegeneinander kämpfen, my ass!).

“Schieß doch!“ “Ich seh nix!“
“Weiter links... etwas höher!“
Christopher Neame (’Steel Dawn’) und Patrick ’Spiele in jedem Scheiß mit, wenn die Kohle stimmt’ MacNee (’Spiele in jedem Scheiß mit – Der Film’) sollten sich schämen, ihr letztes bisschen Talent an diesen Müll verschwendet zu haben. Zum Hauptdarsteller Rex Smith (Platz!) brauche ich mich gar nicht zu äußern. Er ist ein Knallcharge, der sogar das Knallen verlernt hat. Seine Verwandlung (Effekte von John Carl Buechler, die 237.) in etwas, das dem Müllmonster Hedorah zum Verwechseln ähnlich sieht, findet in den letzten fünf Minuten statt, zuvor gibt es Eiterbeulen en masse. Und die Aufmachung, samt dem Raumschiff, der Space-Station-Deko und den ’Armee-des Bösen’-Uniformen ist genauso sparsam und peinlich wie die Dialoge:
“Wir haben sogenannte Zenturen. Das sind die Wächter des Planeten. Konditionierte Eismänner ohne Emotionen. Sie denken und handeln nur für das Gesetz.“
“Na fein, klingt sehr beruhigend für mich.“

“Vorne bin ich durch!“

Das Cover schreit “Nimm mich!“, der Film höhnt “Das kriegst du aber nicht!“
Ich sage: “Ärgerlich… aber eigentlich interessiert’s mich nicht!“

Hudson