Alien Terror - FilmFlausen.de
                          




Alien Terror



Originaltitel: Alien Space Avenger (1989)
Regie: Richard W. Haines Drehbuch: Leslie Delano, Brad Dunker, Kay Gelfman, Richard W. Haines & Clyde Lynwood Sawyer
Darsteller: Robert Prichard, Michael McCleery, Charity Staley FSK: ungeprüft


“Ey, was zum Teufel hast du vor?“
“Ich brech’s auf. Ich will sehen, was drin ist!“
“Und wenn da Marsmenschen drin sind?“
“Die sind froh rausgelassen zu werden.“

Die zwei von der Schießbude
Das hätten die Damen und Herren im Jahre 1930 mal lieber gelassen, denn das soeben abgestürzte Vehikel entpuppt sich tatsächlich als Container für kleine, außerirdische Super-Verbrecher, die flugs die Körper der beiden neugierigen Pärchen annehmen und die Stadt unsicher machen. Nach einem blutigen ShootOut in der örtlichen Bar, verschlägt es die vier in einen 50-jährigen Winterschlaf, aus dem sie von ein paar übereifrigen Bauarbeitern erweckt werden. Die werden erst einmal über den Haufen geknallt, genau wie so ziemlich jeder andere auch, der den 4 Amok-Aliens über den Weg läuft. Ihr Ziel: Plutonium für ihr Raumschiff. Und wie Marty McFly schon wusste, gab’s das auch in den 80ern nicht in jeder Apotheke. Es folgt eine blutige Schneise durch die Angestellten eines Atomkraftwerks, durch Gangster-Horden und weitere Bauarbeiter. Ein erfolgloser Comic-Zeichner gerät zwischen die Fronten und schlägt mit Hilfe des außerirdischen Kopfgeldjägers ’Space Avenger’ (ebenfalls in einem Human-Körper installiert) zurück und kann zugleich seinem Chef brandneue Ideen für neue Comics vorlegen…

“Der Außerirdische ist also so betrunken, dass ihm statt eines Fußes eine Hand nachwächst? Wirklich komisch!“

Wowzers! ’Alien Terror’ spart weder mit narrativen Dämlichkeiten, noch mit absurden Splatter-Ideen. Hier gibt’s ordentlich Blutwurscht auf die Stulle. Allein schon die ca. 34854 Einschusswunden, die über die Laufzeit von 90 Minuten verteilt werden, gäben dem Film eine Berechtigung, in der BodyCount-Szene aus ’Hot Shots 2’ aufgeführt zu werden.

Janz ruhich, wächst allet nach!
Sieht man von der offensichtlichen Unfähigkeit der Schauspieler ab (welche aber zum insgesamt schrägen Ton des Films passt), flutscht der Streifen, wie ein gut geöltes Trashvehikel mit stattlicher ’Bare Breast’ Anzahl und Schmaddermasken Deluxe flutschen sollte. Dass die deutlich überzogene Gewalt (hier wird wirklich jeder 2. Komparse erschossen) manchmal die Grenze der Geschmacklosigkeit kilometerweit überspringt, dürfte hartgesottene Konsumenten solcher Kost kaum stören. Glibbrige Körperteil-Regenerations-Effekte, Kopp-Ab-Gedöns, sowie Verbrennungen und Explosionen schlagen in dieselbe Kerbe, während der Humor sich sogar über den unfreiwilligen Charakter hinaushebt.
So gibt es einen Besuch im 30er Jahre Kino (wo ein frühes ’Flash Gordon’-Serial läuft), Bordell-Zoten (mehr Trashmasken!) und flotte Dialoge (“Wie alt bist du?“ “Letzten Monat bin ich 1042 geworden.“ “Hauptsache ist nicht minderjährig!“) zu bewundern.

Alien Terror, gelle?

’Alien Terror’ ist zwar ein äußerst hanebüchenes Filmchen, schafft es aber klassische Comic- und Science Fiction-Mentlität der 50er Jahre mit irrer Gewalt und dem typisch angenehmen 80er Jahre Flair zu verbinden, das man als Trash/Genre-Fan mittlerweile schon automatisch lieben düfte. Ich empfehl den Quatsch einfach mal an die üblichen Verdächtigen. Wenn ihr euch nicht allzu ’verdächtig’ fühlt, dann lasst’s halt einfach sein… ihr Luschen.


Hudson