Alien Dead - FilmFlausen.de
                          




Alien Dead


‘The Bodies Are Dead: The Remains Live On...’


Originaltitel: Alien Dead (1980) Regie: Fred Olen Ray
Drehbuch: Fred Olen Ray & Martin Nicholas
Darsteller: Buster Crabbe, Ray Roberts, Linda Lewis FSK: unbekannt


Ich will mich ja gar nicht beschweren…
Aber manchmal bekommt man einen Film vor die Netzhaut geballert, bei dem man sich schon nach fünf Minuten sicher sein kann, dass jeder halbwegs engagierte Spartenliebhaber wegschalten wird und nur noch halbkomatöse Alkoholleichen und unverbesserliche Jess Franco-Fans hängen bleiben. Hier wird der Rezensionsauftrag zur Bürde und das Glotzen zur Belastungsprobe.

"What we need is another war!"
’Alien Dead’ ist einer von Fred Olen Rays ersten Filmen. Olen Ray ist uns Flausköppen kein Unbekannter, hat in den Achtziger Jahren ein paar recht unterhaltsame Schlockgranaten fabriziert und ist eines der Idole unseres Außenkorrespondenten Spooner.
’Alien Dead’ als seinen miesesten Streifen zu bezeichnen wäre möglicherweise ein unverdientes Kompliment für FORs ’Die Todesfarm’. Sagen wir einfach: Die beiden teilen sich den Gurken-Platz in Rays früher Vita, was bei dessen übrigen Glanztaten schon als ernsthafte Vorwarnung verstanden werden darf.

Die Story ist schnell erzählt: Ein Meteor fällt (jedenfalls nach Berichten einiger Augenzeugen) in die tiefsten Backwoods Nordamerikas und verwandelt ortsansässige Rednecks in Zombies. Zombies fallen Menschen an. Menschen versuchen zu überleben. Mehr war nicht drin und genau so lustlos wie das klingt, geht’s dann auch auf dem Schirm vonstatten.

"Was zum Teufel!?", "Ist das schleeecht!!!", "Boah, näää…". Sucht euch einen dieser drei Ausrufe aus, kombiniert sie gelegentlich und stellt euch dazu experimentelles Glockenspiel, aufdringliches Country-Dedudel und gelegentliches Zombie-Gegrunz als Hintergrund-Musik vor, dann habt ihr schon mal die akustische Kulisse während einer ’Alien Dead’-Sitzung vor Ohren.

Man achte auf den herrlichen
"Man, seid ihr bald fertig?"-
Gesichtsausdruck des Opfers!
Visuelle Schmankerl beinhalten eine fast schon obligatorisch miese Beleuchtung, den permanenten Einsatz einer Nebelmaschine und wankende Laiendarsteller, die entweder wulstige Kirmesmasken oder ganz einfach Kreide im Gesicht tragen (und nur dort). Habt ihr schon mal von dem Verfahren gehört, bei dem 16 mm Film zu 35 mm Film konvertiert wurde, um es kinotauglich zu machen (z.B. bei ’Evil Dead’)? Nun, ’Alien Dead’ sieht aus, als hätte man 8 mm Film zu 16 mm Film konvertiert, dann die Ecken abgeschnitten, es in ein Glas mit Erdnussbutter getunkt und das Ganze anschließend ein paar Wochen in der Sonne bleichen lassen.

Das alles wäre halb so wild, wenn Olen Ray hier auch nur einen Hauch von Abwechslung unter das ewige ’Achtung! Glotterzombies attackieren!’-Einerlei mischen würde. Da folgt ein einfallsloser Angriff auf den nächsten, während die Protagonisten dummes Zeug murmeln. Hey, letztens wurde ’ne Frau im See ermordet, lass uns 'ne Runde rudern gehen! Hey, letztens wurden ’n paar Ruderer im See ermordet, lass uns ’ne Runde Angeln gehen! Hey, letztens wurden ’n paar Angler im See ermordet, lass und ’ne Runde tauchen gehen, damit wir noch einen dilettantischen Zombie-Prank-Angiff zeigen können und Fred Olen Ray ein paar Unterwasseraufnahmen mit einbauen und so was wie Production-Values vortäuschen kann!

Jaaa, geht auch ihr in den See,
in dem kürzlich ca. zwanzig frische Leichen gefunden wurden!

Das Traurigste an ’Alien Dead’ ist die unehrenhafte Entlassung des einstigen ’Flash Gordon’ Buster Crabbe, welcher hier seine letzte Rolle spielte, nämlich einen alternden Sheriff, der längst im Ruhestand sein müsste, aber immer noch Warnungen in ein Funkgerät brubbelt, auf die niemand reagiert.
Das Amüsanteste an ’Alien Dead’ sind die unzähligen Filmfehler. Beispielsweise eine Szene, in der die Helden in ihrem Pick-up Truck am helllichten Tag über die Landstraße fahren und plötzlich jemand sagt "Hey, that’s Dougs Car!". Schnitt und man fährt auf einmal einen abgelegenen Waldpfad entlang, wo dann auch das erwähnte Auto steht. Man steigt aus und Schnitt - plötzlich ist’s Nacht. Cheers.

"What do you think about, Shawn?"
"I dunno. Growin’ up, gettin’ outta the swamp, eatin’ hamburgers. Stuff like that."
"That’s really nice."

Nee, komm...

’Alien Dead’ erinnert mit einer dicken Kelle gutem Willen an die Frühwerke Don Dohlers (allerdings ohne dessen urige FX und die sympathischen Backwood-Figuren), eher jedoch an den schlimmsten Schmus von Jess Franco. Ich bin jedenfalls froh, dass ich’s geschafft hab und sei's nur dafür, dass ihr es nicht mehr müsst. Ein anderes Fazit aus diesem unprofessionellen Schmierentheater zu ziehen, ist mir nicht möglich.
An dieser Stelle noch eine Entschuldigung an Spooner: Himmelherrje, Spoon! Es tut mir aufrichtig leid, dass ich dir diesen Film zum Geburtstag geschenkt habe. Aber ich fürchte, das hast du nun von deiner ewigen Fred-Olen-Ray-Manie. Ich hoffe, zumindest ’Evil Spawn’ und der Kuchen waren besser. Dein Hudson.


Hudson