The Aftermath - FilmFlausen.de
                          




The Aftermath



Originaltitel: The Aftermath (1982)
Regie: Steve Barkett Drehbuch: Steve Barkett & Stanley Livingston
Darsteller: Steve Barkett, Lynne Margulies, Sid Haig FSK: ungeprüft


“Das kann auch nur mir passieren. Ich melde mich freiwillig für einen zweijährigen Erkundungsflug, um bei meiner Rückkehr als Held gefeiert zu werden und dann…“

Gestern ging die Bombe hoch
und alle gingen mit.
Ja und dann hat Mutter Erde ausgerechnet eine Überdosis nuklearen Holocaust abbekommen. Das kommt dann doch überraschend für die drei Astronauten, die schließlich etwas ab vom Kurs ihre Bruchlandung absolvieren und ins Meer gespült werden, aus dem dann auch nur zwei von ihnen auftauchen. Diese beiden, Newman & Matthews machen sich nun auf die Suche nach der Zivilisation, finden jedoch nur die völlig zerstörten Ruinen einer Großstadt. Da Matthews verletzt ist, macht sich Newman alleine auf den Weg, um menschliche Überlebende zu finden. Nach einigen Hinweisen aus einem alten Tonbandgerät (im englischen von Dick Miller gesprochen) und der Begegnung mit deformierten Mutanten lässt er sich in einem Museum nieder und macht tatsächlich die Bekanntschaft mit den ersten Menschen: Dem Kurator (Forry Ackerman, Herausgeber des kultig verehrten ’Famous Monsters Magazine’), zwei jungen Damen und dem kleinen Chris. Diese verstecken sich dort vor den Widrigkeiten der Postapokalypse, zu welchen auch eine grausame Biker-Bande gehört. Um zu zeigen, dass es sich bei den Motorrad-Lümmeln um wirklich miese Schweine handelt, werden gleich zu Beginn des Filmes ein paar arme Seelen von ihnen wie Tiere zusammengetrieben und erschossen. Um zu zeigen, dass es wirklich richtig miese Schweine sind, lässt man den Anführer dieser Halunken von keinem anderen als Sid Haig spielen (die bärtige Billardkugel, die letztens erst als Widerwart durch die “Filme“ von Rob Zombie watete und auch in den heißen Siebzigern zur Elite der Film-Schurkeninnung gehörte). Als die Horde sich auch an Newmans neuen Gefährten vergreift, ist die Auseinandersetzung zwischen Cutter und dem Astronauten unausweichlich…

Stell dir vor, es ist Krieg
und keiner räumt danach auf!
Regisseur, Hauptdarsteller, Autor und Produzent Steve Barkett (der später als Nebendarsteller in Fred Olen Ray-Filmen vergammelte) nahm sich mit seinem Erstlingswerk einiges vor, machte auch manches richtig, versiebte den Großteil aber gehörig. Was als nette Schund-Variante von ’Planet der Affen’ beginnt (nur dass die Menschheit sich nicht in Primaten, sondern in grimmige Biker (zurück?)entwickelt hat), verkommt aufgrund angehäufter Widerlichkeiten zum ’Revenge-Actioner’. (“Dein einziger Gedanke ist Rache, nicht wahr? “ “Nein, Matthews. Nicht Rache… Gerechtigkeit!“)
Auch die Ausstattung versagt, sobald sie den Science-Fiktion-Faktor des Filmes supporten soll. Ein dürftiges Karton-Raumschiff, zwei Schüsse aus der Strahlenwaffe und ein roter Gewitterhimmel sind das höchste der Gefühle. Die schmadder-maskierten Mutanten, die unsere Protagonisten immer wieder angreifen, entspringen direkt aus der ersten Szene des ’Todesjägers’ und ließen höchstens Kinder Bauklötzter staunen. Kinder haben bei ’Aftermath’ allerdings überhaupt nichts verloren.
Der Film bietet ein paar wirklich harte Nüsse in Sachen Gewalt. Da explodieren Köpfe im Bleihagel, ganze Kauleisten werden per Gewehrkolben entfernt und Frauen werden geschändet, während ihre Männer gedemütigt und ihre Kinder erschossen werden. Starker Tobak also, der weder Spaß macht, noch dem Film gut tut, sondern ihm nur einen fauligen Exploiter-Hauch verpasst. Fans von Sid Haig können hier ihrem Idol mal wieder beim Vergewaltigen zuschauen. (Kann der Kerl auch was anderes?)

Junge, der seit Jahren im Naturkundemuseum neben ausgestellten Urzeitviechern haust, zeigt auf ein Gebilde an einer Halskette und fragt: “Was ist das?“
Mann mit Gebilde an der Halskette sagt: “Ein Dinosaurier.“

Ein Himmel sieht rot

Fazit: Wechselhafter SciFi-Actioner, mit wenig SciFi und fieser ’Take no Prisoner’-Action. Für Endzeit-Fans und Brutaliberts sicher nicht uninteressant. Bleibt die Frage, warum Endzeit-Komparsen mit Krawatten herumlaufen.

Hudson