Æon Flux - FilmFlausen.de
                          




Æon Flux


‘Blicke der Zukunft ins Auge’


Originaltitel: Æon Flux (2005) Regie: Karyn Kusama
Drehbuch: Phil Hay & Matt Manfredi
Darsteller: Charlize Theron, Marton Csokas, Frances McDormand FSK: 16


Story (Langfassung):
400 Jahre in der Zukunft.
Gelenkige Killer-Amazone (so gelenkig, dass sie sogar eine Fliege mit den Wimpern fängt) soll im letzten von Menschen besiedelten Staat auf Erden für eine Untergrund-Guerilla-Organisation den Regierungs-Führer töten und hüpft dabei in ein Komplott…

Story (Kurzfassung): Kick, Sülz, Bang.

Die landet ganz gewaltig auf der Fresse...

’Aeon Flux’ trägt den Untertitel ’Blicke der Zukunft ins Auge’. Und hier sind wir auch schon wieder bei der Fliege… bzw, dem Fliegen-Schiss, der uns hier 90 Minuten lang aufgetischt wird.
Man stelle sich vor, Uwe Boll hätte einen Film gedreht, dessen Skript die Wachowski-Brüder abgelehnt haben und dessen Settings selbst für Kurt Wimmer zu blank waren.
Jetzt hat man ein ungefähres Bild davon, was in ’Aeon Flux’ los ist, oder eher ’was nicht’.
Hätte der Film halbwegs interessante Charaktere, die dem Zuschauer auch nur halbwegs ans Herz oder die Nieren gehen würden, könnte man ihm die hohle, keimfreie Optik verzeihen. Doch die Figuren bleiben so trocken wie die Darsteller, die ihnen eigentlich Leben einhauchen sollen. Charlize Theron? Oskarpreisträgerin für’n Arsch! Null Präsenz zero Charsima. Pete Postlethwaite und Frances McDormand? Beides absolute Ausnahmeschauspieler, wenn sie im richtigen Material eingesetzt werden. Hier in armseligen Nebenrollen verheizt und vom Look aufgefressen. Man achte auch auf den ’Zwei-Sekunden-Cameo’ von Ralph Herforth, als ’Mann mit Schere an der Hecke’. (Hey Hollywood: Genau so setzt man einen guten deutschen Schauspieler in amerikanischen Produktionen ein. Applaus!)

Schöne neue Welt
Wenn sie nicht gerade durch die Baumschulen im Park ’Sans Souci’ laufen (was für einen Potsdamer seltsam genug ist, da man selbst schon oft durch diese Gefilde lustwandelt ist), über die Beete im ’Buga-Park’ springen (dito!), hohe Posen und hohle Phrasen zum Besten geben, üben sich die Protagonisten in der Xten Version des ’B-Film-Hamletierens’. Jeder verrät jeden, wenn der Vorhang fällt schau hinter die Kulissen, die Bösen sind oft gut und die Guten haben verschissen. Welches Schema ist das? E? G? Nennen wir es ruhig Schema Z wie ’Zu Tode geknüppelt und auf dem Rasen zum Krepieren gelassen’.
Die lahmen Aerobik-Hampeleien, der lustlose Gebrauch von Gimmicks und Dialogen, die so schmal und kurz gepresst wurden, dass man ihnen die Sprechblasen-Herkunft bei jedem einzelnen Wort anmerkt, locken keinen Film-Fan mehr hinter dem Ofen vor. Geschweige denn die Comic-Fanbase, die diese Klopper-Lady ebenso wenig feiern dürfte, wie die anderen Damen von der Hochglanz-Resterampe (’Catwoman’ und ’Elektra’ irgend jemand?).
Wie bezeichnend, dass Regisseurin Karyn Kusamas Erstlingsarbeit den Namen ’Girlfight’ trug. Der hatte immerhin eine ansprechende Handlung. Sie hätten die Story hier ganz weglassen sollen, dann wäre es vielleicht ein Kultfilm für Kunststudenten geworden.

Sie erntet die Früchte des Zorns der Zuschauer.

Fazit: Guess what sucks! …

Hudson