Adams Äpfel - FilmFlausen.de
                          




Adams Äpfel



Originaltitel: Adams æbler (2005) Regie & Drehbuch: Anders Thomas Jensen
Darsteller: Mads Mikkelsen, Ulrich Thomsen, Paprika Steen FSK: unbekannt


Es gibt sie wirklich, die Menschen, die immer an das Gute in der Welt glauben. Einer von ihnen ist Ivan, der Pfarrer einer kleinen dänischen Gemeinde.
Er nimmt ehemalige Straftäter bei sich auf, um sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Zu Gunnar, dem Alkoholiker und Vergewaltiger und Khalid dem politisch motivierten Tankstellenräuber gesellt sich nun auch Adam, ein gewaltbereiter Neonazi, im Gepäck ein gerahmtes Hitler-Portrait für die Wand, ’Mein Kampf’ für den Nachttisch und den festen Vorsatz, diesen Gutmensch von Pfarrer davon zu überzeugen, dass es auch das Böse gibt. Doch er muss feststellen, dass Ivan ein wirklich harter Brocken ist, der alles Negative einfach hartnäckig ignoriert.

Pazi & Nazi
Dieser Konflikt bietet immer wieder Nährstoff für herrlich absurde Szenen. Wenn zum Beispiel Ivan im Auto unbedingt seine ’Take That’-Kassette hören möchte, was Adam überhaupt nicht gefällt.
Der Film lebt von der Situationskomik, die durch das Aufeinandertreffen der beiden verbohrten Querköpfe entsteht, aber auch die anderen Charaktere geben Anlass zum schmunzeln. Da wäre zum Einen der ortsansässige Arzt, der mit großem Genuss Klatsch und Tratsch verbreitet und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, Gunnar, von dem Ivan sagt, dass er mittlerweile vollkommen trocken sei, sitzt den lieben langen Tag in der Küche, kippt einen Schnaps nach dem anderen und erklärt, das sei sein dringend benötigter Hustensaft und ab und zu rücken Adams ehemalige Nazi-Kumpanen an und werden dann von Araber Khalid lauthals als dämliche Schwuchteltruppe beschimpft.
Diesen spleenigen Humor weiß Regisseur Anders Thomas Jensen, der auch schon Perlen wie ’Old Men in New Cars’ und ’In China essen sie Hunde’ verfasste, perfekt einzusetzen.
Unterstützt wird er von einem wirklich großartigen Schauspiel-Ensemble.
Allen voran Mads Mikkelsen (Pusher) als eigenwilliger Pfarrer und Ulrich Thomsen als kantiger, fassungsloser Gegenspieler, den die stoische Ruhe Ivans an den Rand der Raserei treibt. Die Handlung des Films geht teilweise sehr weit ins Markabere, aber mit traumwandlerischer Sicherheit findet Jensen immer wieder genau den letzmöglichen Umkehrpunkt, um wieder auf dem Parkett der Komödie zu landen. So stockt das Lachen nur kurz, ohne jedoch richtig im Halse stecken zu bleiben.

Adams Ziel ist zum Greifen nah.

’Adams Äpfel’ ist wirklich ein echtes Meisterwerk des schwarzen Humors, nichts für zarte Seelchen aber ein großer Fang für alle, die sich auch gerne mal über die Abgründe des Lebens amüsieren.

Leone