TC 2000


‘The year is 2020. He's mostly human, and totally invincible...Until now’


Originaltitel: TC 2000 (1993) Regie: T.J. Scott
Drehbuch: J. Stephen Maunder, Richard M. Samuels & T.J. Scott
Darsteller: Billy Blanks, Bolo Yeung, Jalal Merhi FSK: 18


BOLO inside!

Die Erde ist mal wieder hinüber. Die Zivilisation hat sich unterirdisch in bequemen Bunkern unter der Herrschaft des sogenannten Controllers eingerichtet, auf der Oberfläche hausen nur noch verkommene Subjekte, Gangs, Penner, Kassenpatienten. Immer wieder kommt es zu Angriffen durch diverse Störenfriede wie der Gang des tuckigen Picasso (Jalal Merhi), die der Meinung ist, es auch mal warm und gemütlich haben zu dürfen. Diese Attacken werden von sogenannten Trackern verhindert. ’TC 2000’ ist die Geschichte eines dieser Tracker, Jason Storm (Billy Blanks), der zwar im Grunde zufrieden mit der Gesamtsituation ist (“Our Overlord seemed like a decent leader…“), jedoch selbst zum Outcast wird, als seine Partnerin im Einsatz erschossen wird und ihre Überreste vom Controller zu einer Killermaschine verwurstet werden (80 % Mensch, 20 % Maschine, 100 % der Mission verschrieben). Der nun ausgestoßene und fälschlicherweise des Mordes bezichtigte Storm muss sich auf der verseuchten Oberfläche zurechtfinden und bekommt es mit Bösewichtern von oberhalb und unterhalb der Kruste zu tun…

Silicon Valley - The Techno Years

Martial-Arts-Filme aus dem B-Sektor wurden Anfang der 90er Jahre gerne mal in ein Science-Fiction-Szenario versetzt. Wie schon ’Futurekick’ vor ihm und ’Knock Out’ nach ihm, versackt auch ’TC 2000’ im Sumpf der Unterdurchschnittlichkeit.
Plump, platt und plöd sind die Attribute, die einem spontan zum Plot des Streifens einfallen. Hier wird von überall geklaut, nicht besonders clever, aber es reicht wohl, um einen Schwall von derben Prügeleien aneinander zu flechten.
Immerhin muss man den Machern bescheinigen, dass sie es zumindest versucht haben, eine funktionierende Future Noir/Endzeit-Atmo zu schaffen. Leider scheitern sie jedoch am geringen Budget und der Einfallslosigkeit der Sets...

Nich, nich?!

Die Akteure um ’Star’ und Tae-Bo-Erfinder Billy Blanks sind so unbegabt, wie sie durchtrainiert sind. Blanks Darstellung des perplex dreinglotzenden Arschtreters mit Brikettfrisur ist hier Tiefpunkt auf der Skala schauspielerischer Unfähigkeit. Mathias Hues (’Dark Angel’) und Bolo Yeung (’Bloodsport’) sorgen durch Maulhalten und finstere Mimik für den Hauch einer Bedrohung. Immerhin wissen die Jungs, wie man austeilt. So sind es dann auch die unzähligen Martial Arts-Einlagen, die ’TC 2000’ vor dem kompletten Absaufen retten. Hin und wieder gibt es auch eine Schießerei zu begutachten, doch mehr als ein paar verpuffende Platzpatronen, sausende Spielzeugraketen, superbillige CGI-Einblendungen und wackelige Aufnahmen durch eine krude Variante der Terminator-POV sollte man hier nicht erwarten.
Für unfreiwillige Komik sorgen die Asi-Palme der geschminkten Roboterbraut und eine Szene, in der Bolo eine Meute von freiwilligen Schlägern trainiert, deren ’Faust-nach-vorne-streck-Übung mit einem grunzenden “ASS!“ begleitet werden. Weniger amüsant ist die ewig leiernde ’Brummibrumm Tüdeledelü’-Musik aus der Synthie-Orgel.

Blanks vs Hues ------------- Hues vs Yeung ----------- Blanks vs Emotions

Fazit: Endzeit-Action im Korridor, die dank pausenlosem Gekloppe vielleicht als visuelle Hintergrund-Beschallung beim Sci-fi-Themenabend im Dojo von Sifu Brallebratz funktioniert, Filmfans gut gemachter Actionunterhaltung aber kalt lassen dürfte.


Hudson