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Nur 48 Stunden


'The boys are back in town.'


Originaltitel: 48 Hrs. (1982) Regie: Walter Hill
Drehbuch: Roger Spottiswoode, Steven E. de Souza & Walter Hill
Darsteller: Nick Nolte, Eddie Murphy, James Remar FSK: 18


Fiesling Albert Ganz (James Remar, ’The Warrior’) schuftet als Strafgefangener am Bau eines Eisenbahngleises, als sein Kumpel Billy Bear (Sonny Landham, ’Predator’) ihn freischießt und mit ihm flüchtet. Gemeinsam knöpfen sie sich ihren ehemaligen Partner Luther (Hill-Spezi David Patrick Kelly, ’The Crow’) vor, kidnappen dessen Freundin und machen es sich danach erst einmal in einem Hotelzimmer bequem.

"Keine Bewegung, oder mein
Gesicht entkrampft sich!"
Durch Zufall stößt Cop Jack Cates (Nick Nolte) mit zwei Kollegen auf die beiden Gangster und liefert sich einen Schusswechsel, der seine Partner das Leben kosstet. Natürlich will Cates jetzt den Fall für sich allein, sehr zum Missgefallen seines Vorgesetzten (Frank McRae, DER Klischee ’Sarge’ schlechthin: ’Loaded Weapon’, ’Last Action Hero’). Leider aber benötigt Jack Hilfe, denn er weiß beim Besten Willen nicht, wie er die Verdächtigen ausfindig machen kann.
Auftritt Reggie Hammond (Eddie Murphy). Der ständig geile, sprücheklopfende Afro-Amerikaner sitzt im Knast, ist ein ehemaliger Partner der Schurken und der einzige, der Cates helfen kann, sie zu finden. Also muss der Cop das lästige Plappermaul aus dem Gefängnis entlassen, sich in den nächsten 48 Stunden mit Reggies Marotten und Tiraden abfinden und die Killer finden & zur Strecke bringen.

’48 Stunden’ ist wirklich eine Marke für sich. Als einen der letzten große 80er Streifen, den ich bisher nicht das Vergnügen hatte zu begutachten, haute mich dieses urige Original fast vom Stuhl. Regisseur Walter Hill (’Die Letzten Amerikaner’) schuf mit seiner ’82er Actionkomödie praktisch die Ur-Mutter aller neuzeitlichen Cop-Buddy-Movies.

"Roxaaaaanne!"
Stimmungsvolle zeitgenössische Songs (ausnahmsweise mal kein Synthie-Mist) ergänzen James Horners Score perfekt, welcher selbst auch wie angegossen zu dem Hillschen Werk passt, für den Komponisten selber allerdings eher ungewöhnlich ist.
Die darstellerischen Leistungen sind ausnahmslos gelungen. James Remar (dessen Schauspielkunst ich persönlich bisher für eher durchschnittlich befand) gibt einen hervorragend schmierigen Bösewicht ab und auch der stoische Sonny Landham schlägt sich wacker an seiner Seite. Der bis dato lediglich als ’Saturday Night Live’ Comedian bekannte Eddie Murphy legt einen fulminanten Start auf der großen Leinwand hin und gewann im Nu die Herzen des Publikums. Nick Noltes herrlich mürrische Art bietet der beinahe übermächtigen Schnauze des afro-amerikanischen Superstars Paroli und komplettier das Vergnügen (selbst wenn Noltes übliche Synchro wohl im Urlaub war; doch Tommie ’Alf’ Piper beweist, dass er genau so herrlich schnoddern kann, wenn er will).
Die bis in die Spitzen gut gewählte Besetzung wartet auch mit prominenten Nebendarstellern, wie Brion James (Cherry 20000 und hier noch mit vollem Haar), Annette O’Toole (‘ES’) und Denise Crosby (’Star Trek – The Next Generation’) auf. Höhepunkte des ganzen sind ohne Frage die urigen Sprüche, die von beiden Hauptdarstellern immer wieder in die Runde geworfen werden („Ich bin seit drei Jahren im Knast, ich krieg sogar ’nen Ständer wenn der Wind bläst“.)

’You got a problem?
I got a problem solver’
And his name is REVOLVER.'

’Nur 48 Stunden’ ist sowohl ein Beispiel für eine ausgezeichnete Action-Komödie, als auch für die cineastische Qualität der 80er Jahre (meine persönliche Lieblings-Dekade). Jeder der auch nur ansatzweise etwas für Humor, Action oder diesen gewissen ’80er Flair’ übrig hat, ist es sich schuldig, diesem Streifen eine Chance zu geben. Die Wortgefechte zwischen Murphy und Nolte suchen bis heute noch ihresgleichen. Klasse Film!

Hudson