2001 Maniacs - FilmFlausen.de
                          




2001 Maniacs


‘The south will rise again!’


Originaltitel: 2001 Maniacs (2005) Regie: Tim Sullivan
Drehbuch: Chris Kobin & Tim Sullivan FSK: Keine Jugendfreigabe
Darsteller: Robert Englund, Lin Shaye, Giuseppe Andrews


’2000 Maniacs’ war ein kleiner, humoriger ’Guts & Gore’-Klassiker, mit dem Blutsuppen-Urkoch Herschell Gordon Lewis (’Blood Feast’) 1964 das Horror-Genre feucht fröhlich aufmischte. Mit ’2001 Maniacs’ wollte man 2005 dem kultigen Vorbild alle Ehre erweisen und natürlich mal wieder eins draufsetzen.

Die Hellbillies

Die drei Uni-Bratzen Cory, Anderson und Nelson sind in den Frühlingsferien auf dem Weg nach Daytona, wo der Spring Break tobt, kommen jedoch vom Weg ab und landen in Pleasent Valley, einem abgelegenen Südstaaten-Kaff, dessen schräge Bewohner darauf bestehen, dass die drei, sowie ein ebenfalls eingetroffenes Biker-Pärchen und eine handvoll Partygirls in Begleitung eines Schwulen, zum alljährlichen ’Guts & Glory-Barbeque’ bleiben. Die Einladung hätten die Youngsters besser abgelehnt, denn tatsächlich ist Pleasent Valley ein Backwood-Themepark voller mordender Degenerierter, rassistischer Schaf- und Cousinenpenetrierer und tierquälender Blagen. Unter Leitung des wahnisnnigen Mayor Buckman (Robert Englund!) wird die Nordstaaten-Meute einer nach dem anderen auf die verrückteste Art und Weise dahingemeuchelt und für das große Festessen vorbereitet…

“Wo hängen hier die Schwarzen so rum?“
“Wir hängen sie an die Eiche dort drüben!“

’The South will rise again!’ Indeed.
Mir war weder Lewis’ Original, noch die Grundhandlung dieses Remakes bekannt. Ich ging also völlig unvorbereitet an das blutige Spaß-Gebräu heran und wurde absolut positiv überrascht.

Zärtliche Cousinen
Produziert wurde der Film von Boaz Yakin, Scott Spiegel und Eli Roth (die drei Finanziers hinter ’Hostel’, dessen Regisseur Roth hier auch wieder in seiner Cameo-Rolle ’Grim’ einen Kurzauftritt hat). Die interessanteren Charaktere des Films befinden sich ganz klar unter den fiesen, rassistischen, ’south-to-the-bone’ Einwohnern Pleasent Valleys. Robert Englund liefert eine herrliche Master-of-Evil-Show ab. ‘New Line Cinema’ Urgestein Lin Shaye ist endlich einmal in einer größeren Rolle als morbide ’Granny Boone’ zu bestaunen, Giuseppe Andrews (’Cabin Fever’) stellt erneut seinen Creep-Faktor unter Beweis und Peter Stormare zeigt in einem Kurzauftritt als Uni-Proffesor, dass er wirklich alles spielen kann.
Auf der üblichen Twentysomthing-Opferseite haben wir es mit potentiellen Boy/Girlgroup-Hoschis und schablonenhaften Collegekids zu tun. Ihr kennt die Sorte. Die haben nur eines zu tun: Sterben.
Und gestorben wird hier in bunter Vielfalt. Säurelöcher ätzen sich durch Fleisch und Knochen, in einer Maismühle bleibt man nicht lange voluminös, vier Pferde an je einer Extremität, und du kannst bald ’Ritter der Kokusnuss’ nachspielen. Völlig Over-the-Top, bloody as hell, zum Kreischen gut und genau so derb ist der Humor. Wir sind im Süden, da könnenn die feinen Herren aus der Stadt kaum mitlachen, wenn der örtliche Stelzbock Daddy seine neueste Eroberung vorstellt (“Ist dieses Hammel-Kotelett denn wenigstens ein Mädchen!“ “Sie ist eine reife Frau!“).

Ihr ahnt es sicher: Mahlzeit!

“Nennen sie mich Cat. Das Pussy klingt so förmlich.“

Fazit: Splatter-Komödie klingt irgendwie übergestülpt, aber ich schätze, genau damit haben wir es hier zu tun. Welches Label auch immer man dieser Folienkartoffel im Barbeque des Grauens, diesem Backwoodfestival des schlechten Geschmacks verpasst; der Film knallt durch wie die Bierbong beim Springbreak. Augen auf, zurücklehnen und mitbrüllen: Yeeeeehaaaw!


Hudson